Weltfrauentag

Also wirklich. Im Ernst. Es ist meine ganz persönliche
Meinung. Und nicht die aller Männer. Ich schwör. Wenn’s denn sein muss, prügelt
auf mich ein. Nicht auf den treusorgenden Ehegatten zuhause. Oder dem
Bürokollegen. Auch nicht auf harmlose, männliche Passanten oder Rentner. Auf
mich bitte. Nicht das ich unbedingt darauf stehe. Also, nicht immer……oder
so. Ich für mich persönlich finde aber, ihr tut Euch keinen Gefallen damit.
Wirklich nicht. Ich gebe es ja zu. Es ist nicht immer leicht für Euch. Um uns
rum. Im Alltag. Oder wenn ihr eure Tage habt. Oder sonst ein bisschen zickt.
Muss sein. Klar. Das Leben ist halt nicht eitler Sonnenschein. Nicht immer.
Auch nicht für uns Männer. Und ich gebe auch zu, es hat Exemplare unter uns Männer,
die wähnen sich noch in der Steinzeit. Keule in der einen und Haarbüschel mit
dranhängender Frau in der anderen Hand. Aber im Grossen und Ganzen? Habt ihr
doch schon einiges erreicht, nicht wahr? Zumindest in unseren Regionen. Mein
Gott, jetzt hätte ich fast unteren Regionen geschrieben. Aber da auch, denke
ich. Jedenfalls seid ihr auf eurem Selbstfindungstrip schon recht weit
gekommen. Finde ich toll. Echt jetzt. Respekt. Weiter so.
Aber ein Weltfrauentag? Haben wir keine anderen Sorgen?
Wir!! Nicht „ihr“!! Man kann heute ja nichts tun, ohne nicht davon
angesprungen zu werden. Vom Weltfrauentag. Zeitung auf? Weltfrauentag. Facebook
geöffnet? Gratuliere zum Weltfrauentag. Instagram? Dito. Radio? Wir hören nun
ein Interview mit laberlaber zum Thema laberlaber…Weltfrauentag. Braucht ihr
den wirklich? Sicher? Weil, ich kenne Frauen, die stehen ihren Mann
(Hammersatz, Eigenlob!). Jeden Tag. Ganz im Stillen. Dafür umso heftiger. Und
damit meine ich jetzt nicht all diejenigen, von denen man sonst schon so viel
sieht, liest und hört. Und doch meistens, bei genauerem Hinsehen, gar nicht mal
soooooo viel dahinter steckt.
Nein, ich meine diese Frauen, wie ich ihnen heute wieder
begegnet bin. Aus Zufall. In der Nähe meines Arbeitsortes. Wie ich da vom Tram
her so über die Strasse schlendere, fällt mir auf einmal etwas ins Auge. Ein
Car. Kurzer Einschub. Bei uns heisst es Car. In anderen Ländern und Regionen
sagt mal wohl Reisebus dazu. Aber wir parkieren und grillieren ja auch. Car
also. Fällt mir ins Auge. Weil, selber auch ein bisschen dem Fahren behaftet,
darum ein Gefühl dafür, wenn man einem Könner beim parkieren ansieht, dass er
es wirklich kann. Der konnte es. Offensichtlich. Und nicht mit einem
Zweimeter-Smart in einer Viermeter-Parklücke und dann 10 x ansetzen und
korrigieren. Und dann trotzdem dem Nachbarwagen die Fahrertür blockieren. Wie
man es sonst so oft sieht. Von Frauen. Sorry, der musste jetzt sein. Männern
aber auch. Zugegeben. Zirkelte seinen riesen Car ruckzuck von der Strasse,
rückwärts auf einen Parkplatz, nahe an eine Hauswand. Sehr nahe. In Rekordzeit.
So zeitig, dass ich mir denke, da läufst Du jetzt vorbei und überschüttest ihn
mit Lob. So wie Männer es tun. Ein kurzer Blick, der in Sekundenbruchteilen
ausdrückt: „Hey, Alter. Du hast es drauf Mann. Super Sache. Echt geil
gemacht. Hut ab. Hätte ich nicht besser können. Eigentlich könnten wir Freunde
sein und uns mal eine Nacht um die Ohren hauen. Oder ein paar Frauen klar
machen. Oder so!“ In einer tausendstel Sekunde. Per Augenkontakt. Ohne ein
Wort zu sagen. Männer können das. Also, so denke ich, mache ich es und steure
schnurstracks auf den Car zu. Um auf der Höhe des Fahrersitzes meinen Blick
nach rechts wandern zu lassen, um…..mir das Kinn fast auf dem Teerboden
aufzuschürfen.
Da sass eine Frau am Steuer. Eine Frau. Und nicht das sie
jetzt denken, so ein Drachen, wie in manchen Trams oder in James Bond Filmen
als Bösewicht. Die mit dem vergifteten Messer im Schuh zum Beispiel. Wenn sie
wissen, wen ich meine. Nein, da sass eine kleine, feine Dame im, verzeihen Sie
mir bitte den Ausdruck, Frau Dönni, im nicht mehr ganz so jugendlichem Alter.
Sogar ein ganzes Stück älter als ich. Und ich bin ja schon…..lassen wir das.
Habe es im Nachgang auf ihrer Homepage gesehen. Das Alter. Ihres. Und das Ihrer
Freundin. Zusammen ca. 145 Jahre. Und fährt/lenkt einen Car, wie so mancher
Jungspunt nicht. Respekt!
Dass, meine Damen, das ist einen Weltfrauentag wert. Aber
die sieht man halt nur im Stillen. Aber googelt mal nach Rösli Dönni.

 

 

 

 

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Veröffentlicht von

Der Nachtwanderer

Der Nachtwanderer ist freier Autor, Zürcher Fels in der alltäglichen Brandung, Szenebeobachter, diffundierender zwischen den Welten Bummler und moderner Geschichtenerzähler. Mit einer gewissen Sehnsucht nach Weite strickt er aus alltäglichen Erlebnissen und Beobachtungen kleine Kurzgeschichten. Mit feinem Humor, einer Prise Ironie und etwas Schalk, eröffnet sich deren versteckter Sinn manches mal erst beim wiederholten Lesen. Und nicht selten entdeckt man sich selbst in seinen Geschichten wieder.

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