Auffahrt? Abfahrt!

Es passiert ja immer dann! Wirklich! Ich schwör. Niemals, wenn man es eigentlich wollte. Oder brauchen könnte. Wobei. Wirklich brauchen dann eigentlich schon nicht. Der Besuch des Notfalls. In unserem Fall vier herrliche Freitage in Aussicht. Wetter klasse. Alles passt. Am Abend vorher?? Es bahnt sich an. Und nach einer schlaflosen Nacht? Notfall. Permanence am HB. Nicht ich. Also schon auch. Aber nur Begleitperson. Und daher keine in Rotz und tränenden Augen versinkende Wahrnehmung. Nein. Während die Eine drinnen in Behandlung, ich draussen sitzend, wartend, der Dinge harrend und…..Beobachtend. Erst nur die Menschen allgemein. Aber mehr und mehr eine Spezies im Besonderen. Weil, ich sass ja direkt davor. Quasi. Mittendrin schon. Zwei Stunden lang. Das muss hier noch erwähnt werden. Nebenbei. Ich bitte um Kenntnisnahme und Wertschätzung. Hätte ja auch ein Glace essen gehen können. Oder ins Kino. Oder eine Weltreise. Fast.

Also. Spezies. Taxifahrer. Und ihr Verhalten. Oh. Mein. Gott.
Ein bisschen gestärkt in der Wahrnehmung, weil Diskussion. UBER. Immer wieder auch in der Presse. Die ausgesuchte Höflichkeit dieser Gilde. Besonders in Zürich. Und Vergleichsmöglichkeit. Weil, komme erstens gerade direkt aus New York. Der Stadt der Taxis überhaupt. Und Limousine. Ich fahre selber ab und zu für einen Limousinenservice. Quasi Hobby. Also, glauben Sie mir, ich weiss von was ich rede. Nicht immer. Aber ganz sicher in diesem Fall.
Mein lieber Schwan. Es ist schlimm. Schlimmer. Übel. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ich sass zuvorderst. Da, wo allfällige Gäste ankommen. Gäste! Nicht ein Viehtreck aus Texas. Weil, vermuten konnte man Letzteres. Ohne Ausnahme.
Erste Reaktion, wenn Gäste, mit Gepäck und offensichtlich etwas unsicher, wackelnd auf das vorderste Taxi zuwanken? Na? Wie? KEINE! Null! Nada! Halt. Stopp. Doch eine. Nämlich Argwohn. Die Gäste werden erstmal äusserst argwöhnisch beobachtet. Seziert schon fast. Und dann folgender Dialog. Fahrer im Auto, Gast gebeugt am Beifahrerfenster:
Gast: Taxi?
Fahrer: Wohin wolle?
Gast: Sind sie frei?
Fahrer: Wohin? Wolle?
Gast: Äehm, ich glaube Hotel am Limmatplatz.
Fahrer: Gehst Du weiter hinte. Ich nix fahre.
Gast: Danke…
Und macht sich auf die Suche. Nächster Gast. Gäste. Älteres Paar, zwei Koffer, ein Handbag. Fahrer immer noch IM Auto. Gast wieder Mal gebückt vor Beifahrerscheibe:
Gast: Sind Sie frei?
Fahrer: Wohin wolle?
Gast: Hotel Dolder.
Fahrer: Ok.
Gast: Danke…
Fahrer steigt langsam aus, geht um sein Fahrzeug nach hinten, öffnet Kofferraum und blickt Gast an. Dieser blickt zurück. Beide blicken eine Weile. Wie in einem Western. Duell der Revolverhelden. Sie verstehen. Grund? Die Koffer. Die müssten eigentlich in den Kofferraum. Darum heisst er so. Nur, von selber tun sie das wohl nicht. In den Kofferraum gehen. Oder fahren. Die Spannung steigt ins schier Unerträgliche. Ich bin nahe dran selber aufzustehen und die Koffer einzuladen. Aber Gast kein Held. Leider. Kapitulierend selber ladend. Immerhin öffnet Fahrer dann die Türen. Nachdem Gast den Kofferraumdeckel geschlossen hat. Beide steigen ein. Und warten. Auf jemanden, der die Türen schliesst. Das macht dann Fahrer. Aber nur seine, nachdem er eingestiegen ist. Gast schliesst seine selber. Die, seiner weiblichen Begleitung schliesse ich. Ich konnte mich nicht zurückhalten. Fast hätte ich noch ein Trinkgeld bekommen.
Eine Ausnahme, denken Sie? Ich sass da zwei Stunden. Es war beileibe keine. Ich schwör.
Letztens protestierte ein Taxifahrer mit seinem Taxi gegen UBER. In dem er 24 Stunden im Taxi sass und den Transport verweigerte. Was machten die potentiellen Gäste? Und nicht zu wenige? Die riefen vor seinem Taxi einen UBER-Fahrer. Der kam dann auch. Hielt an, stieg aus, wünschte einen schönen Abend und hielt Gast die Türe auf. Und zu. 
So geht das.

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Veröffentlicht von

Der Nachtwanderer

Der Nachtwanderer ist freier Autor, Zürcher Fels in der alltäglichen Brandung, Szenebeobachter, diffundierender zwischen den Welten Bummler und moderner Geschichtenerzähler. Mit einer gewissen Sehnsucht nach Weite strickt er aus alltäglichen Erlebnissen und Beobachtungen kleine Kurzgeschichten. Mit feinem Humor, einer Prise Ironie und etwas Schalk, eröffnet sich deren versteckter Sinn manches mal erst beim wiederholten Lesen. Und nicht selten entdeckt man sich selbst in seinen Geschichten wieder.

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