Konfusius

Eigentlich ist es ganz einfach. Es bedarf keiner grossen Kunst und geht ruck zuck. Ausserdem muss ich gestehen, ich mache es ab und zu noch ganz gerne. Menschen aus der Fassung zu bringen. So ganz nebenbei. Wirklich kein grosses Drama. Mehr so eine kleine, feine Bemerkung. Aus dem Hinterhalt. Quasi im Vorbeigehen. Wie letztens in der Stadt. Begegnet mir doch eine Bekannte, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Von der ich aber wusste, sie war längere Zeit Single und auf der Suche. Nach dem passenden Deckel. Wobei, für diesen Topf einen Deckel zu finden? Gar nicht so einfach. Weil, sagen wir mal. Sehr individuelle Form. Der Topf. Also nicht das sie meinen, einfach so in einen Laden und mal eben zur Verkäuferin und ich besitze einen Topf dieser oder jener Marke in der Grösse und suche jetzt einen Deckel. Und die Verkäuferin, ja, also, alles kein Problem und ich geh jetzt nur mal schnell ins Lager. Und kommt nach zwei Minuten mit drei verschiedenen Deckeln und alle passen wie angegossen und quasi nur noch eine Sache der Entscheidung, welcher. Aber so oder so sicher einen Deckel im Angebot. Passend auf den Topf.
Nein, so gar nicht. Kurz und gut. Auf solch einen Topf passt einfach kein Deckel. Nicht mal mit Biegen und Brechen. Daher war es so unwahrscheinlich. Quasi ausgeschlossen. Und sie wusste auch, dass ich das wusste. Darum eröffnete ich unser Gespräch mit den Worten: «Heh, Du!» «Schön Dich zu sehen!» «Und die Beziehung scheint Dir wirklich gut zu tun!».
Fassungslosigkeit beim Gegenüber. Wie käme ich nur drauf, sie sei in einer Beziehung? Weil, es stimme zwar, aber das könne ich doch gar nicht wissen? Wusste ich auch nicht. Ich habe geraten. Aufgrund dessen, dass dieser Topf, wenn wir mal bei dem Vergleich bleiben wollen, dass dieser Topf auf einmal etwas dickwandiger war. Und jetzt sind Frauen da gar nicht so viel anders als Männer. So lange Single, schöne, stylische Bratpfanne. Sobald Beziehung? Römertopf. Ich glaube, sie verstehen schon, was ich meine.
Andersrum ist es schwieriger. Also mich. Mich aus der Fassung zu bringen. Gelingt nur wenigen. Wenn überhaupt. So wie heute. Wir haben uns einen Weinkeller gemietet. Also keinen Ganzen. Nur ein Abteil in einem. Geht auch weniger um das Abteil, als dem, dem Abteil vorgelagertem, Degustationsraum. Den brauchen wir ab und zu. Aufmerksam darauf wurden wir durch Freunde. Die auch in einem Weinkeller ein Abteil haben. Und uns dies zeigten. Worauf wir uns ebenfalls um eines bewarben. Viel Schrift- und Telefonverkehr später, erhielten wir den Zuschlag. Einige Zeit später auch den Schlüssel. Und den probierten wir heute aus. Pilgerten also zu «unserem» Weinkeller, voller Stolz und Vorfreude und Fassung. Fassung auch. Standen vor der Türe, schoben den Schlüssel ins Schloss. Ging auch ganz leicht. Danach ging aber nichts mehr. Er lies sich nicht drehen. Auch nicht mit viel hin und her und auf und ab und zug und druck. Nichts. Also die Telefonnummer des Vermieters rausgesucht. Mit dem wir vorgängig viel Schrift- und Telefonverkehr. Der meldete sich auch gleich. Und meinte auf meine Frage, ob beim Öffnen der Türe allenfalls ein mir unbekannter Trick angewendet werden müsste. Was er verneinte. Sollte ganz leicht gehen. Ging aber nicht. Nach einigem hin und her dann die Frage. Äehm, wo stehen sie denn? Na wo wohl? Vor der Türe des Weinkellers. Der Weissen. Der Weissen? Äehm, die sollte aber rot sein! Rot? Aber die ist weiss. Wo wir den stünden, Adressenmässig? Na hier, an der XXX-Strasse Nr 14. Aha! Der Weinkeller befindet sich aber an der XXX-Strasse Nr 11. Sie stehe gerade vor dem Keller der Konkurrenz.
Fassungslosigkeit. Ein bisschen auf beiden Seiten. Ist, wie wenn sie eine Wohnung mieten. Die sie vorher besichtigt haben. Also wirklich drin waren. Dann mit dem Vermieter darüber sprachen, die Konditionen verhandelten, beide quasi stundenlang über die Wohnung reden und es nicht merken. Beide reden von jeweils etwas ganz anderem.
Er lotste uns dann per Telefon zum richtigen Keller. Unserem. Und hier zum zweiten Mal fast etwas fassungslos. Weil noch schöner als der erste. Sie werden es sehen. Wenn wir sie denn mal einladen.

Aber bewahren sie bitte Fassung.

via Blogger https://ift.tt/2mWLgqU

Sport ist Mord

Ich komme drauf, weil Iron Man. Letztes Weekend. In Zürich. Zum letzten Mal übrigens. Nächstes Mal, geht es dann nach Thun. Also die Veranstaltung als solches. Weil für Zürich? Zu demoralisierend. Nicht am Anfang. Nicht die Profis. Das ist ja eigentlich ein schönes Bild. Bis in die letzte Haarspitze durchtrainierte Frauen und Männer. Wenn sie denn noch Haare haben. Weil rasiert. Überall. Wegen der Windschnittigkeit. Oder so. Ein schönes Bild, wenn solche Menschen vom Start weg locker lässig durch die Landschaft hopsen, schwimmen, rennen und pedalen. Und am Ende mit einer Zeit von 8:17:04 frischer durch das Ziel laufen als ich nach nur 20 Minuten aus meiner Lieblingsbar komme. Zum letzten Mal. Der Iron Man Switzerland. In Zürich. Der nächste ist in Thun. Die können vielleicht eher damit umgehen. Weil schön und lässig? Das sind nur die ersten 20 Teilnehmer. Danach beginnt das Desaster. Und wenn dann man dann spätnachmittags durch die City schlendert. Wie viele andere Menschen auch. Dann sehen sie nur noch das hintere Feld. Die hopsen nicht mehr. Oder nur noch ganz selten. Also Bilder gibt es da. Sie werden es nicht glauben. Durch die Innenstadt. Vorbei an den Nobelboutiquen der grossen und sehr teuren Marken. Da kommen sie aus eben einem dieser Läden. Links die Einkäufe. In mehreren Taschen. Rechts die dazugehörige Partnerin. Träumen von einem Glas Prosecco oder zwei oder drei. Und dann hatscht ihnen so ein Zombie direkt vor der Nase vorbei. Und nicht nur einer. Dutzende. Da kann einem der Prosecco schon im Halse stecken bleiben. Da hat man dann gar keine Lust mehr drauf. All diese armen, leidenden Sportler. Darum sagt Zürich nein zu Iron Man 2020. Und schickt sie nach Thun.

Diese Kurzgeschichte ist eigentlich nur der Einstieg. Zum eigentlichen Thema. Welches die brutalste Sportart ist. Dachte ich nämlich auch immer. Iron Man. Oder Boxen. Oder Formel 1. Ich wurde eines Besseren belehrt. Letzen Dienstag erst. Und wirklich. Ich schwör. Es ist das Fahrradfahren. Also Velo. Rennrad, um genau zu sein. Und nicht, dass sie jetzt denken „klar, Recht hat er!“ Es werden ja ab und zu Fahrradfahrer auf freier Wildbahn abgeschossen. Meine Herren. Das auch. Aber wir waren auf der Rennbahn. Einer Radrennbahn. In Zürich. Da ist nix mit freier Wildbahn. Da kommt auch kein 45 Tonner um die Seite und drückt ihnen mal so eben ein Zwillingsrad ins Kreuz und sie damit in den Teer. Mitsamt ihrem Velo. Und trotzdem. Weil, es ist die Sprache. Und das Publikum. Jetzt muss man wissen, es gibt nicht so derart viele Radrennbahnen. Daher kommen die Menschen, die Velofahrer, oft von weiter weg daher. Um hier zu trainieren. Sie haben dann nicht nur ihre Velos im Gepäck. Oft auch noch ihre halbe Entourage. Oder die ganze. Und oft kommen diese Fahrer aus dem benachbarten Deutschland. Und Österreich. Die trainieren dann da. Während die Entourage als Publikum figuriert und dabei zusieht. Jetzt muss man auch noch wissen. Die sind meistens älter. Eine andere Generation. Die Zuschauer. Und in Deutschland und Österreich sind gewisse Themen aus der Vergangenheit. Sagen wir mal, etwas behaftet.

Und wenn dann der Richter, also der, der sagt, welcher Velofahrer denn nun gewonnen hat und welcher nicht. Also wenn der Schweizer ist. Und sich einer etwas eigenen Sprache bedient. Und dazu noch einer der Fahrer Eichmann heisst. Also aus Versehen. Wenn der dann ausscheidet aus dem Rennen und der Richter über Mikrofon ins Rennbahnrund schreit „EICHMANN!! Eichmann wurde soeben ELEMINIERT!!“ Da kann man schon verstehen, dass die gesamte Haupttribüne zusammenzuckt.
Kollektiv. Also ziemlich viele. Weil halt noch etwas behaftet. Nicht dass sie meinen das wars jetzt. Oh nein. Der Richter doppelt dann noch nach: „Das wars denn!“ „Jetzt hats ihn erwischt!“
Und wenn dann einer der wenigen Schweizer auf der Tribüne, wenn der dann auch noch neben einem Angehörigen des Eichmanns sitzt. Und der Geschichte nicht so ganz mächtig ist. Wenn der dann zu eben diesem Angehörigen auch noch sagt: „Ach, machen sie sich nichts draus!“ „Der Eichmann, der war halt nicht effizient genug!“ Da kann man es schon verstehen:

Brutal! Brutal wie’s dem die Augen aus den Höhlen treibt.

via Blogger https://ift.tt/2K4OX5D

Berührungsängste

Es ist wegen meiner Jungmannschaft. Also wegen meiner Kinder. Weil, die kommen immer wieder mal. Mit so Hinweisen. Man könne jetzt zum Beispiel im Internet iPhones gewinnen. Ganz einfach. Oder da gäbe es so Gewinnspiele. Wenn man CHF 10.- einzahle, dann könne man für CHF 50.- gamen. Also früher. Als sie ihr erstes iPhone bekamen. Bezahlt! Nicht gewonnen! Mittlerweile sind sie auf- und abgeklärter. Darin, nicht alles zu glauben, was man im Internet so liest. Oder in Zeitungen. Eher gesunder Menschenverstand. Und dann selber beurteilen. Kann das wahr sein? Oder nicht? Und wenn ja, wie viel davon? Gibt es eine zweite Seite? Die gibt es nämlich immer. Mitunter schauen Geschichten dann ganz anders aus, wenn man die eine Seite gelesen hat und die andere Seite dann dazu um Auskunft bittet. Was wollte der Schreiber damit zum Ausdruck bringen? Will er nämlich immer. Ich schwör. Was zum Ausdruck bringen. Nur ist es manchmal erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Oder dem dritten. Wie letztens mit diesem Geisterfahrer. Autobahn. 83 Jahre alt. Der Fahrer. Die Autobahn nicht. Rammt als Geisterfahrer auf der Autobahn frontal ein anderes Auto. Er danach effektiv. Ein Geist. Zukünftig. Die Gerammten? Leben noch. Inskünftig wahrscheinlich mit einem Trauma. Aber immerhin. Datum, Uhrzeit, Automarke, Wetter. Fertig. Sie meinen, da gäbe es keinen zweiten Ausdruck, den der Schreiber rüberbringen wollte? Mal davon abgesehen, dass er mit der Angabe des Alters des Geisterfahrers zum Ausdruck brachte, dass seiner Meinung nach so alte Menschen nicht mehr in ein Auto und schon gar nicht auf eine Autobahn gehören. Sondern doch am besten zuhause bleiben und in mehr oder weniger grossen Würde alleine das zeitliche zu segnen hätten. Aber ich sag ja nix. Respektive nur zu meinen Söhnen. Nicht alles glauben, was euch so gesagt wird. Und ab und zu mal Dinge hinterfragen.
Darum sind sie heute wie ich. Und glauben nicht mehr alles, ohne es zu hinterfragen. Wie zum Beispiel, dass die Schweizer ein unfreundliches Volk seien. Und extremst abweisend gegen alle anderen. Und es sei nicht möglich mit „denen“ eine Freundschaft aufzubauen. Hört man ja immer wieder. Respektive liest man auch. Auch hier gibt es zwei Seiten. Ich habe öfters festgestellt, dass Menschen, die eine solche Aussage machen…nun ja..sagen wir mal, nicht immer ganz einfach im Umgang sind. Und man deshalb dann eher meidet. Dann ist es aber auch egal, was sie für eine Nationalität die haben. Dann finden nämlich auch Schweizer eher weniger Freunde. Wenn schwierig im Umgang. Lassen wir das mal so stehen. Weil, generell kann man sagen. Berührungsängste haben auch die meisten Schweizer eher weniger. Manche sogar sehr wenige.
Unter der Woche trage ich gerne weisse Hemden. Weil Kundenbesuche und seriöser Eindruck und so. Darüber meistens ein Jackett. Ausser wenn hochsommerlich. Dann trage ich zum weissen Hemd zwar auch ein Jackett. Aber über dem Arm. So. Wenn man nun mit so einem weissen Hemd und Jackett überm Arm durch den Hochsommer läuft? Was passiert dann ab und zu? Man wird zur Landezone. Diverser Insekten. Manche werden auch zur Landezone von Spritzern diverser Saucen. Beim Mittagessen. Oder Abends. Da hat man dann doch eher Berührungsängste. Also nonverbal gesehen. Verbal nicht. „Oha!? Gab’s Spaghetti zum z’Mittag?!!“ Süffisantes Lächeln inklusive. Manchen Menschen verderben sie damit locker den Rest des Arbeitstages. Spannend. Ich habe darum immer ein zweites Hemd im Büro. In einer Schublade. Weil man sagt den Schweizern auch nach, sie seien Vorsichtig. Und vorbereitet. Ha! Also Sauce auf weissem Hemd eher nicht. Aber Insekten. Die sitzen dann so rum. Auf dem Hemd. Und lassen sich mittragen. Ohne dass es der Träger bemerkt. Ich auch nicht. Bis in den Lift. Da stand eine mir persönlich nicht bekannte Dame mir gegenüber. Und fixierte mein Hemd. Das weisse. Ich denke mir noch, was fixiert die mich so? Gab doch gar keine Spaghetti. Da tritt die Dame forschen Schrittes auf mich zu. Hebt ihre Hand, sagt „Äxgüsi!“, und scheucht ein Insekt von meiner Landezone. Auch wildfremd. Und mir persönlich nicht bekannt. Das Insekt. Wenn ich das machen würde? Als Mann? Bei einer Frau? Einer fremden Frau? Die schauen einen in Zürich schon komisch an, wenn man ihnen ein Kompliment wegen ihres Outfits macht. So mit einem Blick von wegen „Ey, Alter!!!!??“ „Was ist los? Willst Du mich anmachen?“ Vielleicht ja Berührungsängste. In dem Moment.
„Äxgüsi!!“ Einem Wildfremden gegenüber. Nix mit Berührungsängsten. Wir Schweizer. Und ich?Stehe noch zwei Sekunden verdattert im Lift. Sag artig danke. Und bin froh, noch ein zweites Hemd auf Reserve zu haben. Man weiss ja nie…

via Blogger https://ift.tt/2M4IJ8H

Orientierung

Ich habs gesehen. Persönlich. Selber. Ich schwör. Geplatzt. Wie ein Luftballon. Der Kopf. Also beinahe zumindest. Von dem Typen. Weil Prinzip Staubsauger. Aufgesogen. Ohne Punkt und Komma. An einer Veranstaltung an der Uni. Öffentliche. Sass er in der Reihe vor mir. Ich konnte es saugen hören. Im Sinne des Wortes. Und weil so viel an Informationen und der Typ eher klein, sein Kopf auch. Peng. In meiner Vorstellung. Aber ein bisschen konnte ich es hören. Ich schwör!
Die Menschen sind verschieden. Die einen benutzen ein Navigationsgerät. Orientierung trotzdem gleich null. Weil alle Informationen einfach abprallen an ihnen. Die Anderen? Die saugen Informationen auf wie ein Staubsauger. Und brauchen dann nicht einmal mehr ein Navi. Weil? Orientierung beruht auf Informationen, richtig? Eben. Also nicht nur die räumliche Orientierung. Auch die, die einem sagt, wo man steht im Leben. Und jetzt, je nachdem wie man umgeht mit den Informationen, weiss man es oder dann halt nicht. Oder bildet es sich ein. Zumindest.
Wie letztens bei besserer Hälfte. Gut, wir waren an einem für uns fremden Schlafzimmer. An einem fremden Ort. Ein schöner, allerdings. Der Ort. Das Schlafzimmer auch. Vorher ein schöner Abend. Fast ganz. Ein kleiner Teil weniger. Wussten wir dann aber erst in eben diesem Schlafzimmer. Wir waren anlässlich dieses schönen Abends am Meer in einem Restaurant. Dort gab es Fisch. Für bessere Hälfte. Der war vielleicht nicht mehr ganz so wie er sein sollte. Vielleicht war es aber auch etwas anderes. Was sicher war? Übel. Besserer Hälfte war es übel. Und musste Nachts ein paar mal auf die Toilette. Die war in ihrem Raum. Links vom Bett. Rechts vom Bett war das Fenster. Mit einem Vorhang davor. Ganz schmaler Spalt geöffnet. Diese Informationen waren bekannt. Hapern tat es dann aber mit der Orientierung. Weil Schlaf und dann Übelkeit und fluchtartiges aufsuchen der Toilette. Mehrfach. Aber jedes Mal zuerst Richtung Fenster. Beim dritten Mal murmelte ich schon bei der ersten Bewegung unter der Decke vor „liiiiihinks!“ Ging dann doch zuerst rechts.
Mit der anderen Art von Orientierung kämpfte ein älteres Paar letztens an der Züri Pride. Züri Pride? Sie wissen schon. Menschen mit einer Art Orientierung, die sich von meiner unterscheidet. Darüber, wo sie im Leben stehen wollen. Und vor allem als was. Die trafen sich alle in Zürich. Anlässlich dieser Pride. Ich übrigens mittendrin. Weil, wenn auch nicht unbedingt ihrer Meinung, so doch ganz amüsant. Party. Auf dem Platz vor der Oper. Darauf tausende von fröhlichen und tanzenden Menschen. Und dieses Paar. Das stand vor dem Theater neben der Oper. Wartete wohl auf den Beginn ihrer Vorstellung. Und während sie so warteten, beobachten sie das treiben auf dem Platz. Ich stand in der Nähe und beobachtete das Paar. Weil, ich schwör! Ich hörte es wieder saugen. Bei beiden. Und anhand ihres Gesichtsausdruckes schloss ich, ihre Orientierung im Leben? Eine andere. Definitiv. Es saugte und saugte.
Jetzt gibt es ja Homosexuelle und Homosexuelle. Die einen leben es eher nach innen. Die Anderen nach aussen. Sehr. Auch in Form als Drag Queens. Haben sie schon mal eine solche gesehen? Ja? Nein? Das Paar mit Sicherheit eher nicht. Es saugte und saugte. Die Informationen. Und auf einmal lösten sich aus der Masse Menschen eine Gruppe Drag Queens. Und lustwandelte. An dem Paar vorbei. Das war der Moment. Wo ich wieder einen Kopf platzen hörte. Weil zu viel Informationen. Die nicht in die Orientierung passten.
Peng!

via Blogger http://bit.ly/2IBqw0o

Würdelos

Wir! Also ich! Um genau zu sein. Ich hatte schon einmal eine ganz ähnliche Geschichte. Von wegen der Würde. Obwohl damals weniger Würde. Sondern mehr Yoga. Ich versuchte mich in Sachen Yoga. Was dann in die Hose ging. Im Sinne des Wortes. Also meine Würde verlies mich. Auf eher unkonventionellem Weg. Das wars dann. Mit der Geschichte. Und dem Yoga auch. Jetzt dreht sich ja die Welt im Kreise. Die Menschen darauf auch. Und die Geschichten quasi sowieso. Darum kommt es noch einmal. Das mit der Würde.
Es ist ja offiziös. Steht in gewissen Büchern. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Was immer das auch wirklich heissen mag. Weil angetastet wird ja immer. Tag ein, Tag aus. Meist im Kleinen. Abschätzige Bemerkungen. Anderen Menschen gegenüber. Zum Beispiel den Verkehrs regelnden Assistenzdienern am Central. Wenns wieder einmal nicht schnell genug. Und so. Dann wird angetastet. Von extern her. Intern aber auch. Also man sich selber. Man kratzt an der eigenen Würde. Bewusst, oder unbewusst. Bewusst tue ich es gerade einmal die Woche. Bei meiner Physiotherapeutin. Sie ist eine Frau. Und jung. Und fit. Also auch optisch. Ich bin ein alter Sack. Und relativ bis sehr. Sagen wir mal. Unfit. Und ein Mann. Darum ist es mir egal. Wenn ich in schlecht sitzenden Unterhosen neben ihr auf der Matte liege und versuche. Mit aller Inbrunst. Einen Rest von Würde zu bewahren. Während ich meine Übungen machen. Die sie mir vorgibt. Also zuerst dieses Bein und dann das andere Bein und dann halten. Und atmen. Atmen auch noch? Während ich verzweifelt versuche meine Unterhose und vor allem deren Inhalt irgendwie an seinem Platz zu halten. Während meine Beine irgendwo in der Gegend und atmen soll ich dann auch noch? Tief und ein und aus und regelmässig. Beim letzten Mal lies ich meine Blick schweifen. Nein, nicht wegen der Dame. Die hätte nackt neben mir liegen können. Nein, auf der Suche nach dem Standort des Defibrillators.
Das Spannende ist, dass mir in dieser Situation meine Würde am Hintern vorbei geht. Im Sinne des Wortes. Da bin ich realistisch genug. Ich schwör. Es ist wie es ist. Also war versuchen etwas zu zeigen, was man in der Situation nicht mehr zeigen kann.
Ich fahre Zug. Oft. Darum bin ich öfters am Bahnhof anzutreffen. Meist schon etwas früher. Um einen Kaffee zu trinken. Damit ich ansprechbar bin. Weil ohne Kaffee? Kein Ton. Und mürrischer Gesichtsausdruck. Ich habe mein Stammlokal am Bahnhof. Stammlokal heisst, ich trete durch den Eingang. Und der Barmann ruft schon zu seinem Barista „einmal Latte Macchiato und ein Glas Wasser und ein Gipfeli für da trinken“! Das heisst Stammbar für mich. Das schnappe ich mir dann und verzieh mich nach draussen. Weil Kaffee trinken und Leute beobachten. Das geht draussen besser als drinnen. Und normalerweise stehe ich dann einfach auf und gehe zu meinem Zug. Nur letztens. Letztens stimmte etwas nicht. Alles war irgendwie verrutscht. Also kleidungsmässig. Die Bar. Die Bar besteht aus Glas. Sich spiegelnden Glaswänden. Und die sind Schuld daran. Wegen der Würde. Weil am Abend vorher Physio. Übungen. Vor einem Glasspiegel. Und als ich mich umdrehte, um in der spiegelnden Glaswand die verrutschten Kleider….. Und dabei den Hosengürtel öffnete…… da muss ich gedanklich irgendwie beim Spiegel in der Physio….. und keine Würde. Die kam dann erst ganz langsam wieder. Nachdem die zwei älteren Damen auf der anderen Seite der für sie NICHT spiegelnden Glaswand aufgehört hatten zu kreischen……von wegen des vermeintlichen Exhibitionisten draussen.
Zum Glück wars meine Stammbar. Da ist mir meine Würde egal. Sonst gäbe es jetzt eine Neue.

via Blogger http://bit.ly/2Xm1k2U

Dingens

Es ist ja meistens so. Das man eine Erfahrung macht. Immer
wieder. Also ich. Nämlich, Dinge sind nicht konsequent zu Ende gedacht. Von
Anfang an. Darum gerät man mitunter ins Stolpern. Die, welche die Dinge ins Leben
gerufen, aber nicht ans Ende gedacht haben. Und die, die die ins Leben gerufene
Dinge benutzen. Und auch nicht ans Ende gedacht haben.
Wie zum Beispiel die EU. EU gründen? Aufnahmeritual? Alles
kein Problem. Schnell ausgedacht. Fertig. Rein kann man immer. Jetzt will aber
jemand raus. Daran hat keiner gedacht. Darum weiss man nicht wie. Warum schon
gar nicht. Auf der anderen Seite die Briten. Die wollen raus. Kurz angedacht
und beschlossen. Das Ende? Offen. Weil eben nicht. Bis dahin gedacht. Dafür
jetzt nackte Menschen im Unterhaus. Als Sinnbild des Chaos. Und vielleicht auch
Entsetzens.
Oder Auftragsvergaben beim Bund. Schnell angedacht und
umgesetzt. Wie die Briten. Raus kommt man nicht mehr. Darum gehen jetzt
Bundesaufträge nach Griechenland. Nix gegen Griechenland. Aber Arbeitsmoral?
Sagen wir mal, leicht konträr zu unserer. Daher zwar günstigster Anbieter. Aber
Projekt mittlerweile zig mal teurer als wenn in der Schweiz. Und ob überhaupt?
Offen. Weil auch hier. Nicht bis ans Ende gedacht.
Barber Shops. Früher Friseure. Oder Coiffeur. Jetzt etwas
trendiger und hipp. Darum Barber Shop. Trend aus USA. In New York, oder anderen
grossen Metropolen? Da hat es einige dieser Shops. Die laufen meistens gut. Es
hat aber auch zig Million Einwohner. In Zürich? Gefühlt noch mehr Barber Shops
als in New York. Fast jeden Monat eine Neueröffnung. Einwohnerzahl? Knapp 500‘000.
Die Hälfte davon Frauen. Kein Zutritt. Weil wo Männer Haare am Kinn, bei Frauen
an den Beinen. Oder sonst wo. Nochmals die Hälfte der Hälfte? Kinder. Auch kein
Zutritt. Weil kaum Bartwuchs. Und vom verbleibenden Rest auch noch mal die
Hälfte? Männer ohne Bart. Gewollt oder manchmal auch ungewollt. Zutritt
sinnlos. Wer jetzt noch einen neuen eröffnet? Trotz doch relativ beschränkter
Nutzer anzahl und mittlerweile grossem Angebot? 
Der hat das vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht.
Dies nur einige Beispiele. Hätte noch ein paar mehr.
Unzählige. Aber dann wird’s zu lange. Die Geschichte. Weil. Selber ja auch. Nicht
zu Ende denken. Ich bin eigentlich ganz locker. So im Allgemeinen. Bis auf
wenige Ausnahmen. Die Nutzung persönlicher Hygieneartikel betreffend. Zum Beispiel.
Kürzlich auf Besuch bei meiner Schwester. Mit abendlichen Dinner. An und für
sich ja nichts ungewöhnliches. Kommt aber noch. Der Vogel nämlich, der war
etwas zäh. Eine Flugente, mit deutlich über der zulässigen Höchstanzahl an Flugstunden. Wirkt sich halt aus. Nach dem Verzehr begann jedenfalls die Suche.
Nach Zahnstocher. Welche nicht vorhanden. Ich kann einfach kein vernünftiges
Gespräch führen. Nicht so lange Menschen dabei ständig in ihren Zähnen rumfummeln.
Auf der Suche nach dem nicht vorhandenen Zahnstocher. Darum. Ich habe gewisse
Schweizer Eigenheiten. Zum Beispiel ein kleines Sackmesser im Hosensack. Daran
ein Zahnstocher. Zum absolut eigenen und persönlichen Gebrauch. Das nahm ich
heraus. Den Zahnstocher auch. Um unsere Überlegenheit zu demonstrieren. Und
dass wir gewisse Sachen auch zu Ende denken. Darum zeigte ich demonstrativ und
voller Stolz und geistiger Überlegenheit eben diesen Zahnstocher.
Und was macht meine Schwester? Reisst ihn mir aus den
Fingern und beginnt damit in IHREN Zähnen rumzustochern. Ich fiel nur ganz kurz
in Ohnmacht. Ich schwör. Und entgegen ihrer Behauptung, war ich das Messer in
eine Ecke. Und nicht gezielt auf sie. Weil benutzen kann ich das ja nie mehr.
Fremde Zähne. Wer denkt denn an so etwas.


Wohl auch nicht ganz zu Ende gedacht. Adieu, schönes Sackmesser….


via Blogger https://ift.tt/2YDUyGJ

Relationen

Fake News. Den Begriff kennen heutzutage wohl die meisten Menschen. dahinter stecken Menschen, die entweder Informationen zu ihren Gunsten manipulieren. Oder Meinungen beeinflussen möchten. Ziemlich aktuell heute. Manches mal stecken aber auch einfach nur zur Übertreibung neigende Hysteriker. Meine Vermutung ist ja, das ist keine Erscheinung der Neuzeit. Ich denke mal, das war schon immer so. Nehmen sie nur mal das Buch der Bücher. Ein ziemlich krasses Beispiel. Darum ist es angeraten, mit einem gesunden Mass  an Skepsis durch das Leben zu laufen. Wenn zum Beispiel wieder mal jemand sich bemüssigt fühlt, etwas in der Zeitung kund zu tun. Wie letztens der Reisende nach Arosa. Der sich darüber beschwerte, dass man ihm einfach zwei tote Tiere auf den Sitz gegenüber legte. Ob dies denn erlaubt sei. Und es sich dann herausstellte, es waren zwar zwei tote Tiere. Sehr tot. Schon länger. Es handelte sich nämlich um deren Fell. Ohne Inhalt. Ich mag schon nicht mal mehr den Kopf schütteln.
Oder das Mediale Theater um die verlorene Gans. Aus Plastik. Die, so die Vermutung, von marodierenden Horden, sprich Rekruten im Ausgang, ihrem natürlichen Lebensraum zugeführt wurde. Unter Alkoholeinfluss. Der Rekruten. Nicht der Gans. Weil Plastik. Jetzt nicht unbedingt Kategorie Fake News. Aber Abteilung Hysterie. Als wenn besoffene Russen in Amerika eine Atombombe mitlaufen liessen. Gleiche Aufmachung. Inklusive Militärpolizei, die sich bemüssigt fühlte, zu ermitteln. Offiziell. Ich würde es ja den Hammer finden. Wenn es nicht eigentlich zum Weinen wäre.
Walpurgisnacht. Die Nacht von 30. April zum 1. Mai. Kennen Sie vielleicht. Einige Frauen wissen bestimmt, von was ich spreche. In Bayern, auf dem Land, wo aufzuwachsen die Freude ich hatte, auch eine spezielle Nacht. Sehr sogar. War es doch die Nacht in der sich die Dorfjugend bedankte. Gegenüber den Personen aus dem Dorf, von welchen man sich das Jahr über gepiesackt fühlte. Ob zu Recht oder nicht, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Wir, sprich meine Eltern, führten einen Gasthof. In eben diesem Dorf. Und da sich mein Vater an strikte Regeln hielt, was Alkoholausschank an Jugendliche betraf? Darum wurden wir regelmässig Nutzniesser dieser Aktionen. In der Walpurgisnacht. Zu dem Gasthof gehörte ein Biergarten. Wie das in Bayern so sein muss. Ein Biergarten ist nun keine Parkanlage, in der Bier wächst. Es ist ein lauschiger Kiesplatz unter alten Bäumen. Bestückt mit Gartenmobiliar. Viel Gartenmobiliar. In unmittelbarer Nähe hatte es noch etwas. Nämlich einen Löschteich der Feuerwehr. Damit man im Falle eines Brandes auch was zum löschen hätte. Und in eben diesem Löschteich, welcher zwar gross, aber nur ca. 60 cm tief war? In diesem Löschteich landete dann regelmässig das Biergartenmobiliar. Und weil wir Kinder damals noch Stil hatten? Darum landete es nicht einfach nur so darin. Nein. Es wurde fein säuberlich demontiert und im Wasser wieder aufgebaut. Inklusive Sonnenschirme. Und eingedeckt wurde auch. Sprich Tischtücher, Besteck und Gläser. Am nächsten Morgen traf sich dann das halbe Dorf am Teich und Kommentierte die Retourverschiebung meines Vaters. Die andere Hälfte half dabei. Bis auf wenige Ausnahmen. Die nämlich, die ein Fuder Mist von ihrem Hausdach zu holen hatten. Und nicht nur den Mist. Das Fuder, welches man aufs Hausdach montiert hatte, auch. Ein Fuder ist übrigens ein alter Wagen aus Holz. Gross. Riesig. Schwer. Eine Meisterleistung. Den auseinander zu nehmen, auf ein Hausdach zu setzen und wieder mit Mist zu beladen.
Jetzt ist mein Vater ja kein dummer Mensch. Der wusste genau, was in der Walpurgisnacht passieren würde. Warum er nichts dagegen unternahm? Er meinte immer, das sei sein Zugeständnis an die Jungen, wenn er ihnen ,vielleicht etwas streng, übers Jahr keinen Alkohol gegeben hat. Sollen sie sich doch austoben. Dafür hätte er sonst seine Ruhe das Jahr über. Und kein Fuder Mist auf dem Dach. Und sie machen ja nichts kaputt. Ausserdem kamen all die Zaungäste nachher zum Frühschoppen.
Ein kluger Mann, finden sie nicht?

In der Zeitung landete das nie. Im Netzt auch nicht. Gab es damals ja noch nicht. Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Mein Vater starb leider ziemlich früh. Mit 62. Gar nicht lange nach der Walpurgisnacht. An seine Beerdigung kamen auch einige der damaligen Jugend. Und man lachte. Über diese Geschichten. Sagte ich schon, dass ich ihn vermisse?

via Blogger https://ift.tt/2WkQ1qr

Samstagmorgen

Das schönste an Wien? Wenn sie schon einmal vor Ort waren, wissen sie es. Ansonsten raten sie. Also? Die Kaffee-Kultur. Und damit verbunden? Die Kaffeehäuser. Meiner Meinung nach. Sehenswürdigkeiten gibt es viele. Überall auf der Welt. Kaffeehäuser nur in Wien. Natürlich können sie auch in Zürich in ein Cafe sitzen. Oder Basel. Bern auch. Oder sonstwo auf der Welt. Den richtigen Kaffeehaus-Groove erleben sie nur in Wien.
Damit ein Kaffeehaus funktioniert, braucht es eine bestimmte Art Mensch als Kellner. Oder Ober. Das können sie nicht lernen. Man wird so geboren oder lässt es gleich wieder sein. Für einen richtigen Kaffeehaus-Ober ist jeder Gast der sich erdreist das Etablissement zwecks Konsumation eines Getränkes zu betreten? Ein persönlicher Affront. Ein potentieller Angriff auf seine Würde und Integrität. Und das lässt er sie spüren. Sofort und unmittelbar. Sollten sie sich erdreisten und ihn zwecks einer Bestellung anzusprechen. Er entscheidet. Wann sie bedient werden. Und ob überhaupt. Sie harren. Aus. Und der Dinge, die da kommen. Oder auch nicht. Wenn er dann aber die Niederungen ihrer Wünsche betritt, ausnahmsweise, also wenn. Wehe ihnen. Wehe, sie kennen ihre Wünsche nicht schon in- und auswendig. Zeigen sie auch nur den Hauch einer Unsicherheit. Sei es auch nur in Form eines kurzen, kaum wahrnehmbaren Zuckens ihrer rechten Augenbraue. Zack. Und weg ist er. Wobei man das Zack nicht falsch interpretieren soll. Zack geht hier gar nichts. Auch nicht der Ober. Gemessen. Er wendet sich ihnen gemessenen Stiles ab. Und schreitet, jawohl, schreitet gemessenen Schrittes von dannen. Ich durfte dies einmal persönlich erleben. Ein sich abwendender Ober und ein Gast, der sich erdreistet hatte und ihm ein „Hallo, ich würde gerne bestellen“ hinterher rief.
Ca. 200 Personen, die sich im Kaffeehaus befanden, hörten es auch. Schlagartig totenstille. Auf sämtlichen Getränken, auch den heissen, bildete sich sofort eine rund zwei Zentimeter dicke Eisschicht. Kennen sie die Geschichte von Lot und seiner Frau? Aus der Bibel. Sodom und Gomorra. Lots Frau erstarrte zur Salzsäule. Als sie sich umdrehte und zurückblickte. Der Ober blickte auf das Hallo nicht zurück. Musste er auch nicht. Der Gast erstarrte dennoch. Quasi. Ich schwör. Und bedient? Bedient wurde er auch nicht.
Also. Sollten sie jemals die Ehre haben. Ein Kaffeehaus betreten zu dürfen. Dann gilt folgende Regel. Der Gast hat sich zu unterwerfen. Bedingungslos. Immer. Dies hat er durch geeignete Körperhaltung und Mimik zum Ausdruck zu bringen. Oder Salzsäule.
Dies geschieht in Wien. Tagtäglich. Und im Volkshaus. In Zürich. Das kommt einem Wiener Original schon sehr nahe. Vom Stil. Vor allem aber von den Kellnern her. Da trugen man heute mehrere hinaus. Erstarrte. Salzsäulen. Ich finds cool. Sass nämlich ganz still und unscheinbar in einer Ecke. Und trank Kaffee. Aus der Thermoskanne. Heimlich. Beobachtend.

via Blogger https://ift.tt/2TUNw0w

Ausgleich

Wenn sie an Spanien denken, was kommt ihnen dann in den Sinn? In Bezug auf die Menschen. Spanier. Ortsansässige. Aber auch jene im Ausland lebenden. Na? Was? Kann ihnen jetzt schon sagen! Zu weit. Sie suchen viel zu weit. Dabei ist es offensichtlich. Es gibt auch ältere. Spanier. Also über Zwanzigjährige. Deutlich älter sogar. Manchmal habe ich das Gefühl, im Schnitt sogar älter als Schweizer. Oder überhaupt. Man sagt, das liege am Fisch. Oder Olivenöl. Oder der Lebensfreude. Also an allem möglichen. An was es sicher nicht liegt? An den Apotheken in Spanien. Eigenerfahrung. Gestern.

Gehen sie mal in der Schweiz in eine Apotheke. Sie brauchen einen Waffenerwerbsschein. Mindestens. Auch, wenn sie nur irgendwelche Vitamin C Brausetabletten kaufen. Sie werden nur schon argwöhnisch beobachtet, wenn sie sich unbegleitet dem Regal mit den Tabletten nähern. Generalverdacht. Sie Ahnungsloser könnten sich ja versehentlich damit um die Ecke bringen. Und wenn sie sich dann zur Kasse begeben?

– (Streng!) Haben sie ein Rezept?
– (Ansatzlos leicht genervt) Wofür?
– (Strenger!) Für die Brausetabletten!
– (Genervt) Warum?
– (Kasernenton!) Haben sie eines?
– (Motzig) Nein!
– (Professoral tadelnd) Aha!
– (Einschmeichelnd) Brauche ich den eines?
– (Dozierenddieaugenverdrehend) KennenSiedasProduktnehmenSienochandereMedikamentewollenSiesichmitdiesenBrausetabletteneventualvorsätzlichumdieEckebringenoderjemandanderen?

Wenn sie dann entgegen allen Belehrungen dennoch auf das Produkt ihrer Wahl bestehen!

– (Unwirsch) Karte oder bar?

Wenn sie gerade am Bancomat waren und die Taschen gestopft voller Geld haben, wählen sie vermutlich bar. Bei den Medikamentenpreisen in der Schweiz tragen sie anschliessend nicht mehr sehr viel davon auf sich.

Gestern in Spanien. Ein leichtes Kopfweh vom Vorabend. Auf dem Morgenspaziergang eine hiesige Apotheke passierend. Warum also nicht die Erfahrungen aus der Schweiz hier mal gegenprüfen?

– (Sehr freundlich) Guten Morgen. So ein schöner Tag heute. Was kann ich für sie tun?
– (Vorsichtig, äusserst) Wie bitte was?
– (Lächelnd) Ach, es ist so ein schöner Morgen heute. Wie kann ich ihnen helfen?
– (Schüchtern) Ich habe ein klein wenig Kopfweh. Nichts schlimmes. Ich kenne den Grund und brauche sehr wahrscheinlich keine Magnetresonanztomographie. Ich kenne die gängigsten Produkte, bin mit deren Umgang vertraut und gedenke mich nicht zu vergiften und auch keine anderen Personen. Ich bin über 18, habe einen Führerschein und es liegt nichts gegen mich vor. Zudem ist Bargeld in genügender Menge vorhanden und ich nehme auch keine schweren Drogen oder ähnliches.
– (Auch lächelnd) Ach! Sie kommen aus der Schweiz. Wie gefällt es ihnen den hier bei uns? So ein schöner sonniger Tag und sie armer haben Kopfweh. Da wollen wir doch gleich etwas dagegen unternehmen. Ich empfehle Ihnen hier dieses Medikament (in einer Dosierung, an die sie in der Schweiz nicht mal als studierter Arzt kommen!!) Es kostet nur eineurovierzig in der 40er Packung.
– (Ungläubig) Äehm, ja, wenn sie es sagen. Wie viele darf ich den davon nehmen?
– (Mitfühlend) Na, so viel, bis das Kopfweh weg ist. Aber vielleicht nicht gleich die ganze Schachtel auf einmal (grinsend).

Jetzt könnte man ja meinen. Bei so einem lässigen Umgang mit solch potentiell tödlichen Medikamenten ist die Lebenserwartung in Spanien eher tief. Ungefähr so wie die eines nicht korrupten Polizisten in Tijuana, Mexiko. Aber nein. Auf meinem Spaziergang begegneten mir viele ältere Spanier. Auch Abends im Restaurant. Und danach in der Bar. Sehr lustig. Und trinkfreudig.

Kein Wunder, bei diesen Medikamentenpreisen. Übrigens. Es waren auch einige wenige Schweizer in der Bar. Mit deutlich weniger Freude. Man sah es im Gesicht. Wir kamen trotzdem ins Gespräch. Auch über die Berufe, welche man so ausübt. Raten sie mal. Es war ein Apotheker

via Blogger https://ift.tt/2UuF1qd

Die Geister der Vergangenheit

Samstagmorgen. Im Kosmos. Also. In der Stadt. Nicht das All. Wobei. Wäre ich auch mal gerne. Nur so. Kurz. Schauen, wies so ist. Da oben. Oder unten. Weil Sichtweise. Für die Einen ist oben unten. Und umgekehrt. Das Kosmos in der Stadt? Das ist schon mal der Hammer. Wann immer möglich, verbringe ich hier etwas Zeit. Ist so gar nicht Zürich. Und dann doch wieder. Nicht falsch verstehen. Nichts gegen Zürich. Ich liebe diese Stadt. Andere Städte aber auch. Zürich ist im Gegensatz zu den meisten anderen aber relativ klein. Sehr klein. Keine halbe Million Einwohner. In anderen Ländern ist das noch Dorf. Jetzt hat es aber einige Orte und Plätze in der Stadt. Die strahlen etwas aus. Internationalität. Urbanität auch. Grossstädtisches. Ist fast ein wenig wie ein Städtetrip. Nur näher halt. Billiger nicht unbedingt. Weil Zürich. Aber näher.
Also wenn immer möglich, sprich alleine, dann Kosmos. Viele meiner Geschichten sind hier entstanden. Also sind sie als Leser auch etwas Kosmos. Wenn mal in Zürich auf Besuch? Empfehlung. Nicht gleich Bahnhofstrasse und See. Kosmos. Sie werden es nicht bereuen. Ich schwör.

Also. Alleine mit meinen Gedanken. Bessere Hälfte hat Mädelsweekend im Tessin. Junior ist in der Schule versorgt. Kann also tun und lassen, wie ich will. Ab und zu schaut ein guter Freund vorbei. Oder mehrere. Darum dauern Geschichten hier immer länger. Der Ablenkung wegen. Ablenkung ist hier gross. Viel Publikum. Bunt gemischt. Durchaus auch ältere Semester. Man denkt ja immer. Diese älteren Semester. Eher rückwärts. Traditionsbewusst. Und so gar nicht Kosmos. Dabei. Faustdick hinter den Ohren. Diese Alten. Eigentlich paradox. Weil die Jungen. Heutzutage? Eher Altklug. Die Alten? Die machen dagegen auf jung. Und wie. Persönlich finde ichs ja gut. So lange es nicht kippt. Also Würde. Ein 70-Jähriger auf einer Harley? Da wackelts dann schon. Oder eine 60-Jährige mit einem 25-jährigen Freund. Von mir aus. Wenns Spass macht? Es soll ja durchaus 60-Jährige mit dem Hintern einer 20-jährigen geben. Aber ich will ja nichts gesagt haben. Umgekehrt genauso. Ich finde auch 60-jährige Männer mit einer 25-jährigen Freundin. Also wirklich. Und 60-jährige Männer? Wenn die sich mal von hinten im Spiegel sehen würden. Oha. Dabei ist es dann nicht nur der Hintern, der gegen Süden zieht. Da hat’s dann ja noch anderes.
Also jeder wie er will und ganz nach seiner Fasson. Nur eines. Eines geht dann wirklich nicht. Ich sage nur „Taschentuch“.
Wann wird ein Mensch wirklich alt? Wenn er eine Brille braucht? Oder Morgens eine Stunde, um aus dem Bett zu kommen? Oder man im Tram einen Platz angeboten bekommt? Freiwillig! Dann? Nein. Es passiert mit dem Taschentuch. Und den Enkeln. Gerade kürzlich wieder. Eine gute Freundin. Durchaus auch als Frau anziehend. Sie verstehen, was ich meine. Mittlerweile Oma geworden. Wir trafen uns auf einen Kaffee. Mit dem Enkel. Macht ja nichts. Ich habe kein Problem mit Kindern. Solange es nicht meine sind. Es hatte sowieso einen Spielplatz in der Nähe. Also Oma da, Kind weg, Kaffee und etwas Stärkeres auf dem Tisch. Gutes Gespräch. Auch übers älter werden. Dass man sich selber noch gar nicht so als Alt betrachte. Im Gegenteil. Gibt ja auch junge Grosseltern. Also junggebliebene. Man zähle sich selber auch dazu. Und dann kam Enkel. Zurück. An den Tisch. Rotzende Nase. Tränen im Gesicht. Die Schaukel hat ihn wohl etwas unglücklich erwischt. Beim Absteigen. Also Rotz und Tränen im Gesicht. Und was macht Oma? Mit der man sich gerade noch über wilde Zeiten und Sex und Gefühle und noch gar nicht alles vorbei unterhalten hat? Was macht sie?

Schnappt sich den Enkel. Und ein Taschentuch. SPUCKT DARAUF! Und wischt ihm das Gesicht damit ab. SPUCKE! Auf einem Taschentuch.

Das ist so etwas von Oma, da kann der Hintern noch so gut in Form geblieben sein. DAS machte meine Grossmutter auch

via Blogger https://ift.tt/2ILELle