Der Thron

Da schreibt man einmal etwas über seinen Vater. Nur zwei Sätze. Wirklich. Ich schwör. Vielleicht waren es auch drei. Kann sein. Einmal. Schreibt man was. Ein wenig sentimental. Aus Versehen. Ein klitze kleines bisschen nur. Schon geht’s los. Weich geworden aufs Alter. Nachsichtig. Sentimental. Zeigt ungewohnt Gefühle. Kaum wieder zu erkennen. Nicht nur Frauen. Nein. Viel schlimmer. Männer auch. Ich tu’s nie wieder. Versprochen. Ich schwör. Gefühle zeigen. In meinen Geschichten. Also persönliche. Und mehr als einmal «ich schwör» in einer Geschichte zu bringen, auch nicht mehr. Ehrenwort.
Hat aber vielleicht schon etwas mit dem Alter zu tun. Weil, nächste Geschichte auch. Mit der Altersempfindlichkeit. Die grösste Erfindung der Menschheit? Aus Ihrer Sicht? Aber gut überlegen! Kommen sie nie drauf. Vielleicht die, die einen haben. Und das entsprechende Alter. Wie ich. Sonst nicht. Früher. Früher war das anders. Als junger Mensch. So mit 20. Um den Dreh rum. Motorradfahrer. Mit zwei, drei Kumpels ständig unterwegs. Lange Wochenenden. Fahrt ins Blaue. Übernachten irgendwo. Meist im Freien. Oft ein Wald. Weil Hängematte ohne Bäume schwierig. Und Bäume trifft man meistens wo an? Eben. Wir hatten alles dabei, was es zum Überleben brauchte. Eine
Hängematte, einen Schlafsack, Alkohol und was zu Essen. Der Rest war fakultativ. Einen Grillrost. Einen Grillrost hatten wir auch immer dabei. Der war wichtig. Immens. WC Papier nicht. Für was WC Papier? Wir warten jung und harte Kerle und Biker. Und kein WC Papier. Im Wald da hatte es Blätter. Auch in einem Nadelwald. Und da es an einer Harley sowieso immer etwas zuschrauben gab. Die Hände daher meistens schwarz. Da fiel ein bisschen braun kaum auf. Mehr oder weniger. Jetzt, ein paar Jahre später? Saubere Hände. Und ein festes Zuhause. Hängematten nicht mehr. Dafür WC Papier. Die ultimative Steigerung. Dreilagig. Doppelt gepolstert und parfümiert. Mit Noppen. Kann es eine grössere Erfindung geben? Ich dachte nicht. Ehrlich gesagt. Bis zu diesem ominösen Tag. Unser WC war defekt. Und schon ziemlich alt. Anruf bei der Hausverwaltung. Die lies es umgehend ersetzen. Durch einen Closomat. Der Austausch ging schnell von statten. Ein riesen Teil. Unser ökologischer Fussabdruck wird dadurch wieder etwas grösser. Von wegen Strom und so. Als der montiert war meinte der Techniker, er müssen den jetzt noch konfigurieren. Konfigurieren! Er benutzte tatsächlich dieses Wort. Jetzt ist es ja nicht so, dass ich mir erst gestern frische Tannenzweige durch die Arschspalte gezogen hätte. Ich benutze nun schon seit Jahren normale WC. Da musste man noch nie etwas konfigurieren. Einen Closomat schon. Wie er denn den jetzt nun einstellen solle? Ob sanft oder eher hart? Dabei schaute er mich an. Mit einem süffisanten Lächeln. Bei hart. Ich
schwör. Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Hart. So hart wie möglich bitte. Der Techniker schraubte an dem Teil herum, murmelte dabei etwas in seinen Bart und meinte nach 5 Minuten, so, ich können ihn nun ausprobieren. Und wenn es dann doch zu hart sein sollte? Dann könne ich das hier und hier etwas weicher einstellen. Weicher! Ich! Der sich Tannenzweige durch den Hintern gezogen hat.
Jetzt weiss ich nicht, ob sie schon einmal eine hatten. Eine Darmspiegelung. Oder einen Einlauf. Einen Einlauf träft es eher. Hatten sie? Dann schliessen sie mal ihre Augen und holen sich die Erinnerung zurück. Die, die noch keinen hatten? Ich sitze also auf dem Thron. Der vor sich hin summt und pfeift. Und drücke auf die Taste. Zuerst passiert noch nix. Das Summen wird etwas lauter. Auf einmal zischt es. Mit Anlauf. Viel Anlauf. Direkt aus der Hölle. Von wegen der Stärke und der Hitze. Voll ins Schwarze. Im wahrsten Sinn
des Wortes. Ich weiss jetzt, wie sich eine Darmspülung anfühlt. Bis hoch zum Magen.
Vermutlich gab ein einen Laut der Überraschung von mir. Einen lauten Laut. Der Techniker fragte durch die geschlossene Türe, ob es ginge? Es ging. Danach. Als wir ihn etwas sanfter einstellten. Viel sanfter.
Beim Blick zurück, in die Schüssel. Ich schwör! Da schwamm eine 36 Jahre alten Tannennadel.

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Lange Rede kurzer Sinn

Schnell. Geduld? Keine. Also die wenigsten. Am liebsten schon gestern. Oder noch früher. Dass wertvollste, was man also schenken kann? Zeit. Und ein Ohr. Oder zwei. Leihweise. Nicht so van Gogh mässig. Der hat sein Ohr ja auch abgegeben. Quasi. Nein. Wirklich nur leihweise. Hin- oder zuhören. Ist wirklich wertvoll. Auf beide Seiten. Ich versuche zuzuhören, bin aber auch ganz dankbar. Wenn mir mal jemand zuhört. So wie sie es tun. Die Leser dieser Geschichten. Sie schenken mir auch. Immer wieder. Ihre Aufmerksamkeit. Das ist für mich Lohn und Ansporn. Ich, wir, bessere Hälfte und ich. Wir versuche daher auch ab und zu etwas zurückzugeben. Das nächste Mal am 23. Mai. Details später. Nur damit sie schon einmal vorgewarnt sind.
Zurück zum Thema. Zeit schenken. Weil, auch ich. Habe auch so eine Unart. Oder Tic. Also nicht, dass sie jetzt Angst haben müssen. Von wegen Tourette oder so. Wobei Angst etwas weit gegriffen. Einer meiner Schulfreunde hatte einen. War ganz lustig damals. Für uns. Seine Freunde. Weil wir wussten ja, wann ungefähr seine Eruptionen kamen. Im Gegensatz zu den anderen Menschen im öffentlichen Raum. Wir nahmen ihn trotzdem überall hin mit. War früher so. Auf dem Land. Auch ins Kino. Aber nur einmal in einen Kinderfilm. Danach nicht mehr. Respektive nur noch in Schnulzen. Wegen der romantischen Kussszenen. Die waren irgendwie der Auslöser. im dunklen Kino. Vorne auf der Leinwand ein sich küssendes Paar. Und auf einmal, aus der Dunkelheit. Die Eruption. Quasi. Hammer.
Mein Tic ist anders. Immer wenn ich eine Frage habe. Dann beginne ich mit „…hast du mal schnell eine Minute?“ Oder auch „….hast Du kurz eine Minute?“ Und dann ärgere ich mich über mich selber. Weil, erstens, bleibt es nie bei nur einer Minute. Schon gar nicht kurz. Und zweitens, setze ich schon in der Frage voraus, dass mein Gegenüber eine hat. Minute. Wobei. Noch schlimmer finde ich die „Sekündler!“ Wenn man durch die Strassen läuft. Und dann hat es da so einen Unterschriftenstand. Mit irgendwelchen unterbezahlten, aber übermotivierten Studenten. „Ey, Du, hast Du mal kurz eine Sekunde?“ Einundzwanzig und Tschüss. Es dauert genau eine Sekunde lang, einundzwanzig zu sagen. Können sie mal messen. Also sage ich einundzwanzig und laufe weiter. Er, oder Sie wollte ja nur kurz eine. Sekunde.
Letztens waren bessere Hälfte und ich beim Essen. In einem Restaurant. Trafen per Zufall Menschen die wir kennen. Und liehen gegenseitig Ohren. Weil erstens wertvoll und zweitens lernt man ja auch Neues dabei. Meistens. In diesem Fall zum Beispiel. Eine Unterform von „hast Du mal eine Minuten? Kurz!“ Und die ging so: Ich habe heute was unglaubliches erlebt. Eine meeeeeega Geschichte! Aber ich erzähl Dir nur die Kurzform. Kurzform. Wir hatten noch nicht mal die Vorspeise. Dann kam der Hauptgang. >Und zum Dessert war sie noch nicht ganz erzählt. Die Kurzform. Der Geschichte. Zwischen drin musste ich Nachfragen. Ob wir noch in der Geschichte sind. Weil irgendwie verloren. den Faden. Die Übersicht sowieso. Aber genial. Das merke ich mir. Ich beginne meine Fragen nun nicht mehr mit der nach einer kurzen Minute. Ich erzähle jetzt Geschichten. In Kurzform. Weil:
Hast Du mal eine Minute = umgerechnet max. 5 Minuten
Geschichte in Kurzform = umgerechnet? Stunden! Quasi
Lassen sie sich davon ja nicht abhalten etwas vom wertvollsten zu verschenken, was sie haben. Ihre Zeit. Und Aufmerksamkeit. Aber hüten sie sich. Wenn wir uns begegnen und ich ihnen „kurz“ etwas erzählen möchte.
Nur kurz! Ich nehme es ihnen nicht Übel. Ich schwör!

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Dingens

Es ist ja meistens so. Das man eine Erfahrung macht. Immer
wieder. Also ich. Nämlich, Dinge sind nicht konsequent zu Ende gedacht. Von
Anfang an. Darum gerät man mitunter ins Stolpern. Die, welche die Dinge ins Leben
gerufen, aber nicht ans Ende gedacht haben. Und die, die die ins Leben gerufene
Dinge benutzen. Und auch nicht ans Ende gedacht haben.
Wie zum Beispiel die EU. EU gründen? Aufnahmeritual? Alles
kein Problem. Schnell ausgedacht. Fertig. Rein kann man immer. Jetzt will aber
jemand raus. Daran hat keiner gedacht. Darum weiss man nicht wie. Warum schon
gar nicht. Auf der anderen Seite die Briten. Die wollen raus. Kurz angedacht
und beschlossen. Das Ende? Offen. Weil eben nicht. Bis dahin gedacht. Dafür
jetzt nackte Menschen im Unterhaus. Als Sinnbild des Chaos. Und vielleicht auch
Entsetzens.
Oder Auftragsvergaben beim Bund. Schnell angedacht und
umgesetzt. Wie die Briten. Raus kommt man nicht mehr. Darum gehen jetzt
Bundesaufträge nach Griechenland. Nix gegen Griechenland. Aber Arbeitsmoral?
Sagen wir mal, leicht konträr zu unserer. Daher zwar günstigster Anbieter. Aber
Projekt mittlerweile zig mal teurer als wenn in der Schweiz. Und ob überhaupt?
Offen. Weil auch hier. Nicht bis ans Ende gedacht.
Barber Shops. Früher Friseure. Oder Coiffeur. Jetzt etwas
trendiger und hipp. Darum Barber Shop. Trend aus USA. In New York, oder anderen
grossen Metropolen? Da hat es einige dieser Shops. Die laufen meistens gut. Es
hat aber auch zig Million Einwohner. In Zürich? Gefühlt noch mehr Barber Shops
als in New York. Fast jeden Monat eine Neueröffnung. Einwohnerzahl? Knapp 500‘000.
Die Hälfte davon Frauen. Kein Zutritt. Weil wo Männer Haare am Kinn, bei Frauen
an den Beinen. Oder sonst wo. Nochmals die Hälfte der Hälfte? Kinder. Auch kein
Zutritt. Weil kaum Bartwuchs. Und vom verbleibenden Rest auch noch mal die
Hälfte? Männer ohne Bart. Gewollt oder manchmal auch ungewollt. Zutritt
sinnlos. Wer jetzt noch einen neuen eröffnet? Trotz doch relativ beschränkter
Nutzer anzahl und mittlerweile grossem Angebot? 
Der hat das vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht.
Dies nur einige Beispiele. Hätte noch ein paar mehr.
Unzählige. Aber dann wird’s zu lange. Die Geschichte. Weil. Selber ja auch. Nicht
zu Ende denken. Ich bin eigentlich ganz locker. So im Allgemeinen. Bis auf
wenige Ausnahmen. Die Nutzung persönlicher Hygieneartikel betreffend. Zum Beispiel.
Kürzlich auf Besuch bei meiner Schwester. Mit abendlichen Dinner. An und für
sich ja nichts ungewöhnliches. Kommt aber noch. Der Vogel nämlich, der war
etwas zäh. Eine Flugente, mit deutlich über der zulässigen Höchstanzahl an Flugstunden. Wirkt sich halt aus. Nach dem Verzehr begann jedenfalls die Suche.
Nach Zahnstocher. Welche nicht vorhanden. Ich kann einfach kein vernünftiges
Gespräch führen. Nicht so lange Menschen dabei ständig in ihren Zähnen rumfummeln.
Auf der Suche nach dem nicht vorhandenen Zahnstocher. Darum. Ich habe gewisse
Schweizer Eigenheiten. Zum Beispiel ein kleines Sackmesser im Hosensack. Daran
ein Zahnstocher. Zum absolut eigenen und persönlichen Gebrauch. Das nahm ich
heraus. Den Zahnstocher auch. Um unsere Überlegenheit zu demonstrieren. Und
dass wir gewisse Sachen auch zu Ende denken. Darum zeigte ich demonstrativ und
voller Stolz und geistiger Überlegenheit eben diesen Zahnstocher.
Und was macht meine Schwester? Reisst ihn mir aus den
Fingern und beginnt damit in IHREN Zähnen rumzustochern. Ich fiel nur ganz kurz
in Ohnmacht. Ich schwör. Und entgegen ihrer Behauptung, war ich das Messer in
eine Ecke. Und nicht gezielt auf sie. Weil benutzen kann ich das ja nie mehr.
Fremde Zähne. Wer denkt denn an so etwas.


Wohl auch nicht ganz zu Ende gedacht. Adieu, schönes Sackmesser….


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Relationen

Fake News. Den Begriff kennen heutzutage wohl die meisten Menschen. dahinter stecken Menschen, die entweder Informationen zu ihren Gunsten manipulieren. Oder Meinungen beeinflussen möchten. Ziemlich aktuell heute. Manches mal stecken aber auch einfach nur zur Übertreibung neigende Hysteriker. Meine Vermutung ist ja, das ist keine Erscheinung der Neuzeit. Ich denke mal, das war schon immer so. Nehmen sie nur mal das Buch der Bücher. Ein ziemlich krasses Beispiel. Darum ist es angeraten, mit einem gesunden Mass  an Skepsis durch das Leben zu laufen. Wenn zum Beispiel wieder mal jemand sich bemüssigt fühlt, etwas in der Zeitung kund zu tun. Wie letztens der Reisende nach Arosa. Der sich darüber beschwerte, dass man ihm einfach zwei tote Tiere auf den Sitz gegenüber legte. Ob dies denn erlaubt sei. Und es sich dann herausstellte, es waren zwar zwei tote Tiere. Sehr tot. Schon länger. Es handelte sich nämlich um deren Fell. Ohne Inhalt. Ich mag schon nicht mal mehr den Kopf schütteln.
Oder das Mediale Theater um die verlorene Gans. Aus Plastik. Die, so die Vermutung, von marodierenden Horden, sprich Rekruten im Ausgang, ihrem natürlichen Lebensraum zugeführt wurde. Unter Alkoholeinfluss. Der Rekruten. Nicht der Gans. Weil Plastik. Jetzt nicht unbedingt Kategorie Fake News. Aber Abteilung Hysterie. Als wenn besoffene Russen in Amerika eine Atombombe mitlaufen liessen. Gleiche Aufmachung. Inklusive Militärpolizei, die sich bemüssigt fühlte, zu ermitteln. Offiziell. Ich würde es ja den Hammer finden. Wenn es nicht eigentlich zum Weinen wäre.
Walpurgisnacht. Die Nacht von 30. April zum 1. Mai. Kennen Sie vielleicht. Einige Frauen wissen bestimmt, von was ich spreche. In Bayern, auf dem Land, wo aufzuwachsen die Freude ich hatte, auch eine spezielle Nacht. Sehr sogar. War es doch die Nacht in der sich die Dorfjugend bedankte. Gegenüber den Personen aus dem Dorf, von welchen man sich das Jahr über gepiesackt fühlte. Ob zu Recht oder nicht, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Wir, sprich meine Eltern, führten einen Gasthof. In eben diesem Dorf. Und da sich mein Vater an strikte Regeln hielt, was Alkoholausschank an Jugendliche betraf? Darum wurden wir regelmässig Nutzniesser dieser Aktionen. In der Walpurgisnacht. Zu dem Gasthof gehörte ein Biergarten. Wie das in Bayern so sein muss. Ein Biergarten ist nun keine Parkanlage, in der Bier wächst. Es ist ein lauschiger Kiesplatz unter alten Bäumen. Bestückt mit Gartenmobiliar. Viel Gartenmobiliar. In unmittelbarer Nähe hatte es noch etwas. Nämlich einen Löschteich der Feuerwehr. Damit man im Falle eines Brandes auch was zum löschen hätte. Und in eben diesem Löschteich, welcher zwar gross, aber nur ca. 60 cm tief war? In diesem Löschteich landete dann regelmässig das Biergartenmobiliar. Und weil wir Kinder damals noch Stil hatten? Darum landete es nicht einfach nur so darin. Nein. Es wurde fein säuberlich demontiert und im Wasser wieder aufgebaut. Inklusive Sonnenschirme. Und eingedeckt wurde auch. Sprich Tischtücher, Besteck und Gläser. Am nächsten Morgen traf sich dann das halbe Dorf am Teich und Kommentierte die Retourverschiebung meines Vaters. Die andere Hälfte half dabei. Bis auf wenige Ausnahmen. Die nämlich, die ein Fuder Mist von ihrem Hausdach zu holen hatten. Und nicht nur den Mist. Das Fuder, welches man aufs Hausdach montiert hatte, auch. Ein Fuder ist übrigens ein alter Wagen aus Holz. Gross. Riesig. Schwer. Eine Meisterleistung. Den auseinander zu nehmen, auf ein Hausdach zu setzen und wieder mit Mist zu beladen.
Jetzt ist mein Vater ja kein dummer Mensch. Der wusste genau, was in der Walpurgisnacht passieren würde. Warum er nichts dagegen unternahm? Er meinte immer, das sei sein Zugeständnis an die Jungen, wenn er ihnen ,vielleicht etwas streng, übers Jahr keinen Alkohol gegeben hat. Sollen sie sich doch austoben. Dafür hätte er sonst seine Ruhe das Jahr über. Und kein Fuder Mist auf dem Dach. Und sie machen ja nichts kaputt. Ausserdem kamen all die Zaungäste nachher zum Frühschoppen.
Ein kluger Mann, finden sie nicht?

In der Zeitung landete das nie. Im Netzt auch nicht. Gab es damals ja noch nicht. Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Mein Vater starb leider ziemlich früh. Mit 62. Gar nicht lange nach der Walpurgisnacht. An seine Beerdigung kamen auch einige der damaligen Jugend. Und man lachte. Über diese Geschichten. Sagte ich schon, dass ich ihn vermisse?

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Samstagmorgen

Das schönste an Wien? Wenn sie schon einmal vor Ort waren, wissen sie es. Ansonsten raten sie. Also? Die Kaffee-Kultur. Und damit verbunden? Die Kaffeehäuser. Meiner Meinung nach. Sehenswürdigkeiten gibt es viele. Überall auf der Welt. Kaffeehäuser nur in Wien. Natürlich können sie auch in Zürich in ein Cafe sitzen. Oder Basel. Bern auch. Oder sonstwo auf der Welt. Den richtigen Kaffeehaus-Groove erleben sie nur in Wien.
Damit ein Kaffeehaus funktioniert, braucht es eine bestimmte Art Mensch als Kellner. Oder Ober. Das können sie nicht lernen. Man wird so geboren oder lässt es gleich wieder sein. Für einen richtigen Kaffeehaus-Ober ist jeder Gast der sich erdreist das Etablissement zwecks Konsumation eines Getränkes zu betreten? Ein persönlicher Affront. Ein potentieller Angriff auf seine Würde und Integrität. Und das lässt er sie spüren. Sofort und unmittelbar. Sollten sie sich erdreisten und ihn zwecks einer Bestellung anzusprechen. Er entscheidet. Wann sie bedient werden. Und ob überhaupt. Sie harren. Aus. Und der Dinge, die da kommen. Oder auch nicht. Wenn er dann aber die Niederungen ihrer Wünsche betritt, ausnahmsweise, also wenn. Wehe ihnen. Wehe, sie kennen ihre Wünsche nicht schon in- und auswendig. Zeigen sie auch nur den Hauch einer Unsicherheit. Sei es auch nur in Form eines kurzen, kaum wahrnehmbaren Zuckens ihrer rechten Augenbraue. Zack. Und weg ist er. Wobei man das Zack nicht falsch interpretieren soll. Zack geht hier gar nichts. Auch nicht der Ober. Gemessen. Er wendet sich ihnen gemessenen Stiles ab. Und schreitet, jawohl, schreitet gemessenen Schrittes von dannen. Ich durfte dies einmal persönlich erleben. Ein sich abwendender Ober und ein Gast, der sich erdreistet hatte und ihm ein „Hallo, ich würde gerne bestellen“ hinterher rief.
Ca. 200 Personen, die sich im Kaffeehaus befanden, hörten es auch. Schlagartig totenstille. Auf sämtlichen Getränken, auch den heissen, bildete sich sofort eine rund zwei Zentimeter dicke Eisschicht. Kennen sie die Geschichte von Lot und seiner Frau? Aus der Bibel. Sodom und Gomorra. Lots Frau erstarrte zur Salzsäule. Als sie sich umdrehte und zurückblickte. Der Ober blickte auf das Hallo nicht zurück. Musste er auch nicht. Der Gast erstarrte dennoch. Quasi. Ich schwör. Und bedient? Bedient wurde er auch nicht.
Also. Sollten sie jemals die Ehre haben. Ein Kaffeehaus betreten zu dürfen. Dann gilt folgende Regel. Der Gast hat sich zu unterwerfen. Bedingungslos. Immer. Dies hat er durch geeignete Körperhaltung und Mimik zum Ausdruck zu bringen. Oder Salzsäule.
Dies geschieht in Wien. Tagtäglich. Und im Volkshaus. In Zürich. Das kommt einem Wiener Original schon sehr nahe. Vom Stil. Vor allem aber von den Kellnern her. Da trugen man heute mehrere hinaus. Erstarrte. Salzsäulen. Ich finds cool. Sass nämlich ganz still und unscheinbar in einer Ecke. Und trank Kaffee. Aus der Thermoskanne. Heimlich. Beobachtend.

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Ausgleich

Wenn sie an Spanien denken, was kommt ihnen dann in den Sinn? In Bezug auf die Menschen. Spanier. Ortsansässige. Aber auch jene im Ausland lebenden. Na? Was? Kann ihnen jetzt schon sagen! Zu weit. Sie suchen viel zu weit. Dabei ist es offensichtlich. Es gibt auch ältere. Spanier. Also über Zwanzigjährige. Deutlich älter sogar. Manchmal habe ich das Gefühl, im Schnitt sogar älter als Schweizer. Oder überhaupt. Man sagt, das liege am Fisch. Oder Olivenöl. Oder der Lebensfreude. Also an allem möglichen. An was es sicher nicht liegt? An den Apotheken in Spanien. Eigenerfahrung. Gestern.

Gehen sie mal in der Schweiz in eine Apotheke. Sie brauchen einen Waffenerwerbsschein. Mindestens. Auch, wenn sie nur irgendwelche Vitamin C Brausetabletten kaufen. Sie werden nur schon argwöhnisch beobachtet, wenn sie sich unbegleitet dem Regal mit den Tabletten nähern. Generalverdacht. Sie Ahnungsloser könnten sich ja versehentlich damit um die Ecke bringen. Und wenn sie sich dann zur Kasse begeben?

– (Streng!) Haben sie ein Rezept?
– (Ansatzlos leicht genervt) Wofür?
– (Strenger!) Für die Brausetabletten!
– (Genervt) Warum?
– (Kasernenton!) Haben sie eines?
– (Motzig) Nein!
– (Professoral tadelnd) Aha!
– (Einschmeichelnd) Brauche ich den eines?
– (Dozierenddieaugenverdrehend) KennenSiedasProduktnehmenSienochandereMedikamentewollenSiesichmitdiesenBrausetabletteneventualvorsätzlichumdieEckebringenoderjemandanderen?

Wenn sie dann entgegen allen Belehrungen dennoch auf das Produkt ihrer Wahl bestehen!

– (Unwirsch) Karte oder bar?

Wenn sie gerade am Bancomat waren und die Taschen gestopft voller Geld haben, wählen sie vermutlich bar. Bei den Medikamentenpreisen in der Schweiz tragen sie anschliessend nicht mehr sehr viel davon auf sich.

Gestern in Spanien. Ein leichtes Kopfweh vom Vorabend. Auf dem Morgenspaziergang eine hiesige Apotheke passierend. Warum also nicht die Erfahrungen aus der Schweiz hier mal gegenprüfen?

– (Sehr freundlich) Guten Morgen. So ein schöner Tag heute. Was kann ich für sie tun?
– (Vorsichtig, äusserst) Wie bitte was?
– (Lächelnd) Ach, es ist so ein schöner Morgen heute. Wie kann ich ihnen helfen?
– (Schüchtern) Ich habe ein klein wenig Kopfweh. Nichts schlimmes. Ich kenne den Grund und brauche sehr wahrscheinlich keine Magnetresonanztomographie. Ich kenne die gängigsten Produkte, bin mit deren Umgang vertraut und gedenke mich nicht zu vergiften und auch keine anderen Personen. Ich bin über 18, habe einen Führerschein und es liegt nichts gegen mich vor. Zudem ist Bargeld in genügender Menge vorhanden und ich nehme auch keine schweren Drogen oder ähnliches.
– (Auch lächelnd) Ach! Sie kommen aus der Schweiz. Wie gefällt es ihnen den hier bei uns? So ein schöner sonniger Tag und sie armer haben Kopfweh. Da wollen wir doch gleich etwas dagegen unternehmen. Ich empfehle Ihnen hier dieses Medikament (in einer Dosierung, an die sie in der Schweiz nicht mal als studierter Arzt kommen!!) Es kostet nur eineurovierzig in der 40er Packung.
– (Ungläubig) Äehm, ja, wenn sie es sagen. Wie viele darf ich den davon nehmen?
– (Mitfühlend) Na, so viel, bis das Kopfweh weg ist. Aber vielleicht nicht gleich die ganze Schachtel auf einmal (grinsend).

Jetzt könnte man ja meinen. Bei so einem lässigen Umgang mit solch potentiell tödlichen Medikamenten ist die Lebenserwartung in Spanien eher tief. Ungefähr so wie die eines nicht korrupten Polizisten in Tijuana, Mexiko. Aber nein. Auf meinem Spaziergang begegneten mir viele ältere Spanier. Auch Abends im Restaurant. Und danach in der Bar. Sehr lustig. Und trinkfreudig.

Kein Wunder, bei diesen Medikamentenpreisen. Übrigens. Es waren auch einige wenige Schweizer in der Bar. Mit deutlich weniger Freude. Man sah es im Gesicht. Wir kamen trotzdem ins Gespräch. Auch über die Berufe, welche man so ausübt. Raten sie mal. Es war ein Apotheker

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Die Geister der Vergangenheit

Samstagmorgen. Im Kosmos. Also. In der Stadt. Nicht das All. Wobei. Wäre ich auch mal gerne. Nur so. Kurz. Schauen, wies so ist. Da oben. Oder unten. Weil Sichtweise. Für die Einen ist oben unten. Und umgekehrt. Das Kosmos in der Stadt? Das ist schon mal der Hammer. Wann immer möglich, verbringe ich hier etwas Zeit. Ist so gar nicht Zürich. Und dann doch wieder. Nicht falsch verstehen. Nichts gegen Zürich. Ich liebe diese Stadt. Andere Städte aber auch. Zürich ist im Gegensatz zu den meisten anderen aber relativ klein. Sehr klein. Keine halbe Million Einwohner. In anderen Ländern ist das noch Dorf. Jetzt hat es aber einige Orte und Plätze in der Stadt. Die strahlen etwas aus. Internationalität. Urbanität auch. Grossstädtisches. Ist fast ein wenig wie ein Städtetrip. Nur näher halt. Billiger nicht unbedingt. Weil Zürich. Aber näher.
Also wenn immer möglich, sprich alleine, dann Kosmos. Viele meiner Geschichten sind hier entstanden. Also sind sie als Leser auch etwas Kosmos. Wenn mal in Zürich auf Besuch? Empfehlung. Nicht gleich Bahnhofstrasse und See. Kosmos. Sie werden es nicht bereuen. Ich schwör.

Also. Alleine mit meinen Gedanken. Bessere Hälfte hat Mädelsweekend im Tessin. Junior ist in der Schule versorgt. Kann also tun und lassen, wie ich will. Ab und zu schaut ein guter Freund vorbei. Oder mehrere. Darum dauern Geschichten hier immer länger. Der Ablenkung wegen. Ablenkung ist hier gross. Viel Publikum. Bunt gemischt. Durchaus auch ältere Semester. Man denkt ja immer. Diese älteren Semester. Eher rückwärts. Traditionsbewusst. Und so gar nicht Kosmos. Dabei. Faustdick hinter den Ohren. Diese Alten. Eigentlich paradox. Weil die Jungen. Heutzutage? Eher Altklug. Die Alten? Die machen dagegen auf jung. Und wie. Persönlich finde ichs ja gut. So lange es nicht kippt. Also Würde. Ein 70-Jähriger auf einer Harley? Da wackelts dann schon. Oder eine 60-Jährige mit einem 25-jährigen Freund. Von mir aus. Wenns Spass macht? Es soll ja durchaus 60-Jährige mit dem Hintern einer 20-jährigen geben. Aber ich will ja nichts gesagt haben. Umgekehrt genauso. Ich finde auch 60-jährige Männer mit einer 25-jährigen Freundin. Also wirklich. Und 60-jährige Männer? Wenn die sich mal von hinten im Spiegel sehen würden. Oha. Dabei ist es dann nicht nur der Hintern, der gegen Süden zieht. Da hat’s dann ja noch anderes.
Also jeder wie er will und ganz nach seiner Fasson. Nur eines. Eines geht dann wirklich nicht. Ich sage nur „Taschentuch“.
Wann wird ein Mensch wirklich alt? Wenn er eine Brille braucht? Oder Morgens eine Stunde, um aus dem Bett zu kommen? Oder man im Tram einen Platz angeboten bekommt? Freiwillig! Dann? Nein. Es passiert mit dem Taschentuch. Und den Enkeln. Gerade kürzlich wieder. Eine gute Freundin. Durchaus auch als Frau anziehend. Sie verstehen, was ich meine. Mittlerweile Oma geworden. Wir trafen uns auf einen Kaffee. Mit dem Enkel. Macht ja nichts. Ich habe kein Problem mit Kindern. Solange es nicht meine sind. Es hatte sowieso einen Spielplatz in der Nähe. Also Oma da, Kind weg, Kaffee und etwas Stärkeres auf dem Tisch. Gutes Gespräch. Auch übers älter werden. Dass man sich selber noch gar nicht so als Alt betrachte. Im Gegenteil. Gibt ja auch junge Grosseltern. Also junggebliebene. Man zähle sich selber auch dazu. Und dann kam Enkel. Zurück. An den Tisch. Rotzende Nase. Tränen im Gesicht. Die Schaukel hat ihn wohl etwas unglücklich erwischt. Beim Absteigen. Also Rotz und Tränen im Gesicht. Und was macht Oma? Mit der man sich gerade noch über wilde Zeiten und Sex und Gefühle und noch gar nicht alles vorbei unterhalten hat? Was macht sie?

Schnappt sich den Enkel. Und ein Taschentuch. SPUCKT DARAUF! Und wischt ihm das Gesicht damit ab. SPUCKE! Auf einem Taschentuch.

Das ist so etwas von Oma, da kann der Hintern noch so gut in Form geblieben sein. DAS machte meine Grossmutter auch

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Die Leichtigkeit des Seins

Es war mal wieder typisch. Davor, währenddessen und danach. Ausgelöst durch das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen, Menschen verschiedenen Alters und Geschlecht, nicht bis wenig vorhandener Toleranz und der SBB. Die Schuld lag, wie immer, bei der SBB. Ursächlich. Nicht weil zu spät. Ausnahmsweise einmal nicht. Sondern, wieder einmal, an den Ruhewagen. Ein Zug ist ein Zug ist ein Zug. Dieser hat Menschen und Material von einem Ort zu einem anderen zu bringen. Auf festgelegten Strecken zu festgelegten Zeiten. Also alles ziemlich einfach. An und für sich. Um das ganze jetzt noch etwas zu verkomplizieren, gibt es, unter anderem, unterschiedliche Tarifzonen. Verschieden Klassen gibt es auch. Nämlich eine Erste und eine Zweite. Leider keine Dritte mehr. Wäre aber angebracht. Ausserdem gibt es noch Speisewagen. Mit einer nicht funktionieren Kaffeemaschine. Meistens. Dafür gibt es dann eine Art Kellner. Aber nur in der ersten Klassen. Ausser sie stossen einen Wagen im Wagen vor sich her. Genannt Minibar. Der geht dann auch in die Zweite. Ganz am Ende gibt es dann noch ein Kinderabteil. Zwar nicht in allen Zügen, aber immerhin.
Und es gibt noch eine Unterart. In der Ersten Klasse. Die sogenannten Ruhewagen. Gekennzeichnet durch blaue Kleber an den Fenstern. Ruhezone! Nicht telefonieren! Nicht laut unterhalten! Nicht laut Musik hören! Nicht Pupsen! Gut, letzteres habe ich jetzt frei erfunden. Durch noch etwas sind diese Ruhewagen gekennzeichnet. Durch vorwiegen ältere Menschen, welche diese nutzen. Und akribisch darüber wachen, dass es zu keinerlei Widerhandlung kommt. Akribisch. Sehr!
Jetzt, ich bin wahrlich kein Hellseher. Ich spüre es einfach. Wenn sich ein Unheil anbahnt. In einem Ruhewagen. Ich sehe es schon auf dem Bahnsteig. Noch ehe der Zug einfährt. In diesem Fall? Eine Zusammenrottung sehr akribisch aussehender, älterer Damen. Drei an der Zahl. Zwei Beratern aus der IT Branche, die ich zufällig kannte. Und einem Franzosen. der, um das Mass der Damen voll zu machen, nicht nur französisch sprach, sondern auch noch farbig war. Das Farbige sah man, das Französische hörte man, da telefonierend und den Rest? Den Rest sah man den Damen an. Im Gesicht.
In dieser Konstellation verteilten wir uns im Ruhewagen. Der auch erstaunlich ruhig blieb. Bis Olten. Dann begann es. Also eigentlich der Franzose. Der begann. Zu telefonieren. Im Ruhewagen. Jetzt die Sache mit der Toleranz. Dazu muss man wissen, ein Zug an und für sich ist schon relativ wenig ruhig. Es tönt immer an allen Ecken und Enden. Es knarzt und quietscht und überhaupt. Zudem hat der Kondukteur meist auch noch etwas zu sagen. Also so wirklich ruhig? Eher nein. Kommt dazu. Büro. Der Zug ist mein Büro. Ich arbeite auf der Fahrt. Konzentriert. Darum höre ich nix. Auch den farbigen Franzosen nicht. Obwohl er direkt hinter mir sass.
Wer es aber hörte, war eine der älteren Damen ganz am anderen Ende des Abteils. Stand auf, segelte wie eine bis über die Toppen geflaggte Fregatte auf den Franzosen zu und feuerte eine volle Breitseite. Nach Strich und Faden. Aber hallo. Der Franzose, wohl ganz verdattert, hörte sofort auf zu sprechen. Vermutlich für eine ganze Weile. Vor Schreck. Ich hörte immer noch nichts. Mit Absicht. Und weil es mich wirklich nicht störte. Was ich aber hörte, war, was besagte Dame mir auf Ihrer Rückkehr zu zischte. Ja, wir Frauen mussten das mal wieder regeln. Wie immer. Ihr Männer könnt’s ja nicht. Aus war’s mit der Ruhe.

Meine lieben und hochgeschätzten Damen. Alle. Wir, gewisse Männer, müssen auch nicht überall unseren Senf dazu geben. Manchmal bringt uns eine gewisse Gelassenheit auch etwas weiter im Leben. Das muss einfach mal gesagt sein.

Und nächstes mal höre ich Musik. Im Ruhewagen. Laut. Ohne Kopfhörer!

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Der Grünflächen-Bisler

Wissen sie, was ein Bisler tut? Kennen sie das Wort überhaupt? Ein Bisi machen? Kam kürzlich an einer Diskussion auf. Jetzt fragen sie bitte nicht, Mann, was führt der für Diskussionen? Fragen sie nicht. Weil, manchmal frag ich mich selber. Wirklich. Ich schwör. Aber zurück zum Bisler und ein Bisi machen. Ich kenne den Begriff. Natürlich. Begleitete mich durch meine Jugend. Darum wollte ich es wissen. Von meiner Jungmannschaft. Beim z’Nacht. Wisst ihr, was ein Bisi ist? Die Antwort des Jüngsten? Bisi?? Juhu! Wir bekommen eine Katze! Also wirklich. Und nein! Ihr bekommt natürlich keine. Und einen Hund schon gar nicht. Auch nicht an Weihnachten. Worauf mir bessere Hälfte zerknirscht ins Gesicht schaut und schon wieder Augenwasser bekommt. Nix! Ich will kein Vieh in der Wohnung. Nicht in der Stadt. Und schon gar nicht so einen Grünflächen-Bisler.

Damit ist es ja schon fast aufgelöst. Das Rätsel. Von wegen Bisler und Bisi. Also ein Bisler ist ein Mensch, vorwiegend männlicher Natur, der seinem/einem Drang nachgibt. Und irgendwo in die Pampa pinkelt. Und das Bisi ist das, was er dabei hinterlässt. Bevorzugt während grösseren Veranstaltungen an den Hauswänden der Stadt. Was dann hin und wieder beginnt zu riechen. Und weil das alles noch nicht reicht? Darum beschaffen sich manche dieser Stadtmenschen einen Grünflächen-Bisler. Sprich einen Hund. Der muss dann ab und zu raus. Wie der Mensch auch. Die Gelegenheit nutzend, der Hund, lupft er dann ein Bein. Auf einer der raren grünen Flächen der Stadt. Ein Bisi hinterlassend. Bestenfalls. Im anderen Fall wirds grusig. Sie verstehen, was ich meine.

Grusig war’s heute Morgen auch. Im Tram. Schuld daran? Eine Frau! Stopp! Nicht was sie jetzt denken. Nicht ganz so schlimm. Weil, es war eine entfernte Bekannte. Nicht dass sie jetzt denken, Bekannte von mir machen ins Tram und ich fände es drum weniger grusig. Ich würde es nämlich genauso finden. Schlimm. Aber darum geht’s ja gar nicht. Wir treffen uns ab und zu. Meist zufällig. Auch nicht nur im Tram. Wohnt nämlich auch im Dorf. Und normalerweise ganz sympatisch und wenig grusig. Ausser heute. Im Tram. Ich weiss gar nicht mehr, wie wir darauf kamen. Halt! Doch. Jetzt fällt es mir wieder ein. Wo ich die Kinderstimmen höre. Im Büro. Zukunftstag. So nennt man das bei uns, wenn die Lehrer keine Lust mehr haben. Oder Nerven. Keine Nerven mehr. Und darum die Kinder den Eltern aufhalsen. Tagsüber. Als hätten die nicht schon genug am Hals. Nennt man dann Zukunftstag. Sie sehen dann, wie es aussieht. Wenn sie denn selber mal alt genug und eigene Kinder. Und wieder Zukunftstag. Darum gibt es vielleicht immer weniger. Kinder. Jedenfalls trafen wir uns im Tram. Sprachen über diese und jenes. Auch eben diesem Tag. Und wie es früher war. Als unsere Kinder noch mussten. Damals. Ihrer durfte mal bei einem Kaiserschnitt zusehen. Irgendwie. Wollte schon ins Detail gehen. Fragen sie nicht. Männer sind da sensibel. Alle. Äusserst. Sogar Metzger. Darüber landeten wir dann generell beim Thema. Geburt. Und dem Zusehen. Dabei. Weil, jetzt lustig. Beide sind ja dabei. Männer, meist, und Frauen auch. Immer. Natürlich. Aber die Frauen bekommen es ja nicht mit. Zum Glück. Von wegen ganz spezieller Moment im Leben eines Jeden. Der da dabei zusehen darf. Magisch. Quasi. Heisst es. Dabei wollen die nur nicht, dass der Mann einen auf Party macht, während sie die Arbeit. Ich kann ihnen etwas sagen. Mit Nachdruck. Grusig. All das Blut und das Geschrei und Gestöhne und die Flüssigkeiten und der Dammschnitt. Nur weil immer alle ein bisschen Verklärt! Und so. Nicht mit mir. Ich hab’s gesehen. Bei Zwei von Dreien. Das und noch einiges mehr. Zum Beispiel eine Nachgeburt. Ganz dicht. Vor meinen Augen. Seitdem esse ich keine Blutwurst mehr. Leberwurst schon noch. Aber das Andere? Nein danke.

Dann doch lieber einen Grünflächen-Bisler. Habe ich das jetzt wirklich gesagt? Nicht nur gedacht? Warum schaut bessere Hälfte auf einmal so komisch?

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Voll ins Schwarze

Wie der Titel schon ahnen lässt, erzähle ich heute ein bisschen etwas über Ziele. Persönlicher. Denen der Menschen. Die sie haben. Sollten. Wenn sie sie denn haben. Mannigfaltige. Und mit Falten haben diese auch zu tun. Ab und zu. Bei Frauen. Auch bei Männern. Öfters als man denkt. Mit dem Ziel, diese zu minimieren. Dazu legt man sich dann unters Messer. Und lässt sich die Lefzen nach hinten ziehen. Bis die Nase auf der Stirn sitzt. Und es zu den Löchern reinregnet. Diesbezüglich habe ich auch ein Ziel. Weil ich mich ja auch schon im letzten Drittel befinde. Wenn man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 75 Jahren ausgeht. Bei Männern. Frauen werden ja älter. Haben dafür auch länger, na sagen wir mal, „mit ihren Zielen zu kämpfen“. Mein Ziel ist es, diesbezüglich, Würde zu wahren und mit eben dieser zu altern. Keine Zwanzigjährige an meiner Seite. Keine bunten Hosen, keinen tiefer gelegten Sportwagen, keine Nase auf der Stirn. Ist mir alles zu stressig.
Apropos keine. Andere haben andere Ziele. Die veranstalten einen Tag der offenen Türe. Und streiten es dann ab. Es sei gar KEIN Tag der offenen Türe gewesen. Sondern ein normaler Verkaufstag. Und damit passt es dann wieder ins Zielbild. Weil, KEIN Tag der offenen Türe und es war KEIN Kunde da und hat auch KEIN Teil verkauft. Alles KEIN. Und damit wieder im Einklang. Mit den Zielen, der Natur und den eigenen. Ohmmmmm. Sie verstehen es nicht? Macht nichts. Ich nämlich auch nicht. Aber passt schon. Es sind diese kleinen Kratzer im Universum, die wir alle hinterlassen. Die Einen mehr, die Anderen weniger. Und die machen es aus. Für mich zumindest. Weil sonst keine Geschichten. Oder wie ein Bekannter kürzlich formulierte: „Das Schaf, das stets der Herde folgt, sieht was?“ „Richtig!“ Lauter Hintern“.
Ehrlich gesagt, hat er’s ein wenig derber formuliert. Aber ich will ja niemandem das Wochenende versauen.
Letztens habe ich mal meine Kinder gefragt. Was denn ihr Ziel sei. Im Leben. Und überhaupt. Ob sie sich darüber schon mal Gedanken gemacht haben. Und ich meine damit nicht den nächsten Highscore ihres momentanen Lieblingsgames. Grosse Augen. Und ein sich gegenseitiges anschauen. Verdrehte Augen. Ausdruck: Was hat er denn jetzt wieder. Die Antwort? So wie Du zu werden.

Ziel erreicht. Wobei? Sie wollten mich glaubs nur ruhig stellen damit 😉

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