Endzeit

Ich habe mich entschieden. Definitiv. Wirklich. Ich schwör. Da gibt es nichts zu rütteln. Aus. Ich mache nicht mehr mit. Egal was die anderen sagen. Deren ihr Problem. Ewig dieses hin und her. Rauf und runter. Vor und zurück. Ich bin zu alt für diesen Quark. Sollen doch die Jungen. Von mir aus. Gerne. Bitteschön. Ich. Nicht. Mehr.
Weil, es ist ja wieder soweit. Irgendwo in Brüssel pupst einer. Und schon rotieren die Zeiger. Dieses Wochenende. Samstag auf Sonntag. Wenn sie Samstags ins Bett gehen, stehen sie Sonntags eine Stunde später auf. Danach geht es dann wieder 4 Wochen. Bis man sich umgewöhnt hat. In meinem Alter. Dabei hatte ich mich gerade erst so einigermassen. An den ersten Wechsel. Sie verstehen. Den Jungen ist das egal. Vermutlich. Mir nicht. Ich mache einfach in Zukunft nicht mehr mit. Inskünftig heisst es dann also: „In der Schweiz ist es beim nächsten Pups, äehm Pieps, Zweiundzwanziguhrneununddreissig, mit Ausnahme an der Unteren Zäune in Zürich.“ Motto: „Alles wird besser, Untere Zäune bleibt gut.“
Jetzt werden sich ein paar wieder echauffieren. Von wegen der Ausnahmen. Immer diese Sonderregelungen. Dabei. Gibt eine ganze Menge. Sonderregelungen. Zum Beispiel in Männedorf. Am See. Idyllisch. Wirklich. Nichts auszusetzen. Ich fahre gerne da durch. Mit dem Zug. Selten mit dem Schiff. Dann nicht durch, sondern vorbei. Aber Männedorf. Da gibt es auch ein Kino. Da war ich kürzlich. Mit Freunden. Jetzt werden sie denken; Männedorf? Ins Kino? Haben die in Zürich keines mehr. Habe ich mir auch gedacht. Als Freunde anriefen. Und mich nach Männedorf beorderten. Angeblich Laufe der Film nur hier. Und ich solle doch nicht so tun. Ein wenig Kultur täte mir gut. Hatte gerade einen weichen Moment. Und stand um Schlag 20:00 Uhr im Kino. Jetzt, ich weiss es nicht. Ob ich ihnen das so wirklich plausibel machen kann. Gemütlich. Der Gesamteindruck. Bei Männedorf angefangen. Das Kino? Herzig noch dazu. Die Leute? Die im Kino? Top. Wirklich. Ich schwör. Ich freute mich also vor. Auf einen gemütlichen Kinoabend. Und verschob mich von der Bar am Eingang nach oben. In den Saal. Der Saal war, sagen wir mal, überschaubar. Von der Grösse her. Wie die Leinwand auch. Ich möchte ja nichts sagen. Aber mein Fernseher zuhause? Mindestens. Sie verstehen. Also der Saal. Ganz in Rot. Und Plüsch. Das Rot sah man erst später. Weil, und jetzt muss ich etwas ausholen. Waren sie mal in Mallorca? In einem Hotel mit Pool? Vorwiegend bewohnt von Engländern und Deutschen? Dann kennen sie es vielleicht. Jeden Morgen um 05:00 Uhr. Die Gegend um den Pool. Leer und einsam und aufgeräumt und sauber. Um 05:01 Uhr? Immer noch leer. Also Menschenleer. Die Liegestühle aber? Wie durch Zauberhand belegt. Von Tüchern. Bunten. Es erübrigt sich, weiter ins Detail zu gehen.
Zurück in Männedorf. In einem plüschigen, roten, gemütlichem Landkino. Was erwarten sie am wenigsten zu sehen? Niemals? Tücher! Wir schoben also noch oben in den Saal. Und da waren sie. Fein säuberlich platziert. Bunter Tücher. Auf den Plätzen. Jetzt! Zuerst dachte ich noch, ja der Besitzer. Vielleicht ein bisschen Ohmmmm. Oder seine Partnerin. Frisch aus Asien. Indien vielleicht. Und noch ein bisschen angehaucht. Darum kuschlige Tücher. So zur Deko. Schob eines zur Seite und setzte mich hin. Und jetzt wieder Mallorca. Weil, sie stehen ja nicht auf. Um 05:01 Uhr. Um einen Platz zu reservieren. Also ich. Ich stehe nicht auf. Ich appelliere. An die Vernunft. Der Menschheit. Und wenn ich sehe, dass ein Badetuch länger nicht benutzt wird, dann schiebe ich es zur Seite. Ich lege es sogar fein säuberlich zusammen. Und geniesse. Bis der Besitzer kommt. Dann Weltuntergang. In Mallorca? Ja, ok. Aber doch nicht in Männedorf in einem Kino.
Dachte ich. Und wurde schnurstracks eines Besseren belehrt. Aber Hallo. Ich habe mich dann verzogen. Diskussionslos. Zunächst. Auf einen den raren Plätze. Ohne Tuch. Ganz vorne an der Leinwand. Die auch nicht grösser als mein TV. Darum ging es wohl. Ich konnte es dann aber doch nicht ganz lassen. Als sich der Saal gefüllt hatte. Stand auf, erklärte mich und den Gästen. Weil manchmal ist man halt auch als Städter das Landei. Wurde dann doch noch ein gemütlicher Abend. Aber?

Wehe Dir! Mallorca ist überall. Manchmal auch in Männedorf 😉

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Endcool

Letztens habe ich von der Reise nach Italien berichtet. Hin und zurück. Das dazwischen lies ich mal aussen vor. Weil Geheimtipp. Also dieser Ort, an den ich schon seit mehreren Jahren immer wieder mal fahre. Dachte ich zumindest. Entweder nämlich im tiefsten Winter. Dann, wenn ich genug habe von Bergen und Schmuddelwetter. Wenn Weite angesagt ist und das Licht des Mittelmeers. Dann allerdings zu kalt. Das Wasser. Reicht gerade für den grossen Zeh. So aus Prinzip. Damit ich’s behaupten kann. Ich hätte es getan. Am 23. Dezember. Den grossen Zeh im Meer gehabt. Also nach aussen tönt’s dann ein wenig anders. Schwimmen. Ich war dann im Meer schwimmen. Ich schwör. Während sich die anderen in der Schweiz eine Schlacht liefern. Um die besten Plätze am Glühweinstand. Oder die schönsten Tannen für den Weihnachtsbaum. Dann sitze ich gerne noch einmal unter Palmen.
Oder dann im Hochsommer. Wenn mir nichts anderes mehr einfiel. Und das Geld für einen dreiwöchigen Seychellen Urlaub nicht reicht, weil Mischpoke. Sprich Kind und Hund und Katz und Kegel. Mehrere Kinder. Dann gerne auch im Hochsommer. Wenn’s noch Platz hat. Was es lustigerweise immer wieder hat. Nicht am Strand. Aber zum Schlafen. In festen vier Wänden. Nicht im Schlafsack am Strand. Dafür zu gebrechlich, mittlerweile. Der Hund. Nicht ich.
Also kurz und gut. Ich kenne den Ort Sommers wie Winters. Nicht im Herbst. Im Herbst war ich noch nie. Dieses Jahr erstmals. Und sie werden’s nicht glauben. Wetter wie im Sommer. Sonne satt. Nur nicht mehr ganz so glühend heiss. TipTop halt. Wasser? Wie zuhause in der Badewanne. Wirklich noch angenehm. Also ohne den Bauch bis zur Wirbelsäule einzuziehen, wenn das Wasser steigt. Über den Bund. Der Badehose. Das Beste? Kaum noch Leute. Zwar nicht mehr ganz alle Restaurants offen. In der zweiten Reihe lückt es schon. Vorne am Meer noch alle. Aber die wichtigsten zwei, drei und drei, vier Bars, die haben noch offen. Und Zeit. Die Leute haben Zeit. Nach dem zweiten Tag in der gleichen Bar? Quasi Einheimischer. Fast. Am dritten weiss man was sie trinken und essen. Wunderbar. Nach dem vierten Tag wollen sie gar nicht mehr nach Hause. Also ich zumindest.
Jetzt wegen des Geheimtipps. Kennen sie Lyon? Immerhin zweitgrösste Stadt Frankreichs. Sagt Lyon. Marseille sagt das auch. Darum Lyon und Marseille wie Zürich und Basel. Wenn Sie verstehen, was ich meine. Also. Kennen Sie’s? Nein, nicht dem Namen nach. Waren sie schon einmal dort? Persönlich selber? Aha! Lustigerweise nämlich nicht. Zumindest nicht die Leute in meinem Umfeld. Dabei liegt Lyon eigentlich sogar näher. Als der Geheimtipp. Ich persönlich finde Lyon das schönere Paris. Niemand aus der Schweiz geht hin. Voila! Geheimtipp. So kann es auch bleiben.
Das dachte ich von Camogli eigentlich auch. Vielleicht zu Nahe an Genua. Dann ist es vielleicht zu dreckig. Aber zu weit weg von Portofino. Darum, wenn schon, dann gleich nach Portofino. Aber Camogli? Geheimtipp. Im Winter. Und im Sommer. Im Sommer Italiener. Nicht nur die eigenen. Auch viele andere. Aus ganz Italien. Der Strand in Camogli? Der ist relativ. Relativ übersichtlich. Von der Grösse her. Im Sommer, da steht Einer an einem Ende. Und alle 15 Minuten ruft er. „Umdreeeeeehen!“ Ich schwör! Dann dreht sich der ganz Strand vom Bauch auf den Rücken. Weil kein Platz. Also so viel Italiener. Alle Viertelstunde. Das ist wenn die Kirchenglocke die Anzahl der vollen Stunden schlägt. Erst. Und dann die Anzahl der entsprechenden Viertelstunde. Sie erinnern sich. Um 12.45 Uhr als erst 12 mal und dann 3 mal. Und nicht 45 mal, wie ich aufgrund meiner letzen Geschichte einer Kollegin erklären musste. Sie war schon ein wenig angeschickert. Zu Ihrer Verteidigung. 45 mal….. Meine Fresse.
Also. Im Sommer ist es voll. Sehr. Im Winter ist es leer. Auch sehr. Nur ein paar arme verhuschte Seelen auf der Suche. Nach sich, dem Sinn des Lebens, einem neuen Partner, dem Glück..was auch immer. Aber im Herbst? Übersichtlich. Absolut. Am ganzen Strand vielleicht 50, 60 Personen.
Schön, dachte ich, als wir ankamen. Wirklich noch ein Geheimtipp.
Bis Abends. Im Restaurant. Da sassen alle 50 im selben. Und ich hätte es ahnen können. Vom Auftreten her. Als wir näher traten und den letzten Tisch in Beschlag nahmen. Umgangssprache? Sogar die der Kellner? Schweizerdeutsch. Nahezu ausnahmslos. Basler Dialekt überwiegend. Und Thurgauer. Endcool wäre das Wort, welches ein guter Bekannter von mir brauchen würde.

Und von wegen Geheimtipp. Also wenn Camogli, dann bitte im Winter. Und nicht alle auf einmal. Nicht das die verhuschten Seelen… Sie verstehen?

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Kritische Grösse

Ich bin dann mal weg. In den Ferien. Nicht lange. Nur ein paar Tage. Mit meinen zwei jüngeren Söhnen. Noch einmal den Sommer etwas verlängern. Wobei der sich ja selber. Immer wieder. Verlängert. Letzte Woche hiess es noch Schnee. Also in den Bergen. Nicht in Zürich. Zwar…

Der Zeitpunkt unserer Ferien nicht von ungefähr. Herbstferien. In der Schule. Der Jüngste noch schulpflichtig. Und im Geschäft auch etwas ruhiger. Aber? Es ist nicht der einzige Grund. Ab Sonntag kehrt in der Stadt generell wieder etwas Ruhe ein. Weil Film Festival am Ende. Zu! Also zu Ende. Nicht dass noch Gerüchte entstehen.

Gerüchte gäbe es ja zuhauf. Auch über Schnee in Zürich. Die letzten Tage. Man behauptet. Die erhöhte Konzentration von Schnee, sprich Kokain, sei an Wochenenden sogar im Zürcher Abwasser nachweisbar. An kulturellen Anlässen? Wie das Film Festival? Und anderen? Sowieso. Sagt man.

Überhaupt. Das ZFF. Polarisiert. Wie der Hafenkran. Die Einen finden’s toll, die Anderen überflüssig. Die, die’s überflüssig finden, fanden auch den Hafenkran? Unnötig. Über Kunst und Kultur lässt sich halt nun mal nicht streiten. Sie gefällt, oder nicht. Darf auch jeder seine Meinung zu haben. Ich persönlich finde beides toll. Den Hafenkran seinerzeit und das ZFF sowieso. Was man da quasi aus dem Nichts auf die Beine gestellt hat? Chapeau! Macht das erst mal nach, ihr Nörgler. Da kann’s von mir aus auch „schneien“ in Zürich. Es ist bereits die vierzehnte Version. Jedes Jahr wird es von einem Teil der Bevölkerung zu Grabe getratscht. Und jedes Jahr wurde es grösser. Dabei behielt es seine Eigenheiten, die so typisch sind für Zürich. Der grüne Teppich, der Award, der eine halbe Tonne wiegt. Das Tram, das den Schauspielern quasi über die Zehen fährt.

Einen Teil der Sommerferien verbrachten wir in Kalifornien. Hollywood. Da wurde über Tage die halbe Stadt gesperrt. Für den Dreh des neuen Tarantino. Ohne wenn und aber. Will in Zürich Johnny Depp oder Judy Dench über die Strasse, müssen sie zuerst das Tram vorbeilassen. Und zwei, drei wild klingelnde Velofahrer aus dem oberen Seefeld. Da könnte ja jeder wie er will. Aber nicht hier in Zürich. Als ich in Hollywood ganz höflich gefragt habe, wie lange es denn noch gedenke zu dauern und ob ich wohl doch schnell kurz über die Strasse…. Man drohte mir mit Verhaftung und Gefängnis. Nur so zum Sagen. Vielleicht aber auch, weil ich ein Foto von dem Polizisten auf einem Motorrad eines Bayrischen Herstellers gemacht habe und zu eben diesem meinte, was denn Trump dazu sagt, dass er nicht auf einem Amerikanischen sitzt. Ich konnt’s halt nicht verkneifen.

Zürcher Film Festival. Passt irgendwie zu diesem alten Slogan über Zürich: „Little Big City“. Und es wächst. Wie Zürich auch. Woher ich das weiss? Ich habe mit jemanden darüber gesprochen. Eigentlich bezogen auf den neuen Anbau am Zelt. Und die Anzahl Stars die auch dieses Jahr wieder das Tram passieren lassen mussten.

Anja bezog sich auf etwas anderes. Weit aus wichtigeres: „Ja, das ZFF wächst. Wir haben jetzt ein Klo!“ „Ein eigenes.“ Dass nenne ich mal ein Wachstum!

Schöne Ferien und bis demnächst

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Der Kreis schliesst sich

Eigentlich, ja eigentlich, wäre jetzt Ruedi an der Reihe gewesen. Leser meiner Geschichten erinnern sich vielleicht noch an ihn. Ruedi hat mich mit seinen Ratschlägen und Geschichten eine zeit lang durch mein Leben begleitet. Und auf einmal war er verschwunden. Lange Zeit blieb er unsichtbar. Aber letztens stand er wieder im Tram und lächelte mir zu. Aus einer gewissen Distanz. Aber er war es. Ich bin ganz sicher. Weil, Ruedi hat eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Vater. Also optisch. Vom Aussehen her. Und mein Vater lebt ja schon lange nicht mehr. Darum fällt er mir auch immer wieder auf.
Spannend ist auch, dass ich ihm in letzter Zeit auf eine gewisse Art immer wieder mal begegne. An ihn erinnert werde. Das hat wohl mit meinem Alter zu tun. Sogar im Beruf passiert mir das. Wie letzthin in Bern. An einer grossen Konferenz unserer Branche. Dabei hatte mein Vater doch so gar nichts mit IT am Hut. Die gab es so seinerzeit auch kaum.
Eine Eigenschaft von ihm ist mir noch besonders im Gedächtnis. Er fluchte nicht. Nie. Nicht das er speziell religiös gewesen wäre. Das nicht. Aber fluchen? Dafür war er sich zu schade. Auch keine Schimpfwörter. Nur eines. Ein Wort, dass er für alles und jeden verwendete, was ihm irgendwie quer kam.

Pfeife.

Es war das Lieblingswort meines Vaters. Auch ich kam ab und an in den Genuss dieser Titulierung. Wenn ich etwas angestellt hatte. Oder schlicht zu doof war, etwas zu begreifen. Dann hiess es schnell mal: „Du Pfeife.“ Nahm ihm Einer die Vorfahrt auf der Strasse? „Man ist das eine Pfeife!“ War er mit der Politik nicht einverstanden? „Diese Pfeifen!“ Mir hat sich dieses Wort so eingeprägt, dass ich es selber ab und zu verwende. Meine Schwester behauptet sogar, ich höre mich dann genau an wie Vater. Weiss jetzt nicht, ob mich das stolz machen, oder eher Angst davor haben soll.
Und jetzt dieser Event in Bern. Ich war etwas früher dran und nahm an einem langen Stehtisch vor dem Eingang noch einen Kaffee. Dabei unterhielt ich mich mit Leuten in meiner Nähe. Meist über IT. Ist ja der Sinn solcher Veranstaltungen. Bis auf einmal dieser ältere Herr mir gegenüber stand. Ich dachte noch, an wen erinnert er mich nur? Bis ich drauf kam. Ruedi. Respektive, er erinnert mich etwas an meinen Vater. Optisch. Darum begann ich mich mit ihm zu unterhalten. Im Verlauf des schon etwas andauernden Gespräches wollte ich natürlich wissen, was er beruflich mache. Da meinte er, er arbeite bei einem kirchlichen Verband. Worauf ich annahm, weil IT Konferenz, er beschäftige sich dort in irgendeiner Art und Weise mit Computer. Und erzählte ihm, was ich so mache. In der Hoffnung, man käme vielleicht ins Geschäft. Worauf er mich lange anblickte. Nachdenklich. Und dann meinte, wir kämen leider wohl kaum ins Geschäft miteinander. Er sei in seinem Verband nämlich für die Orgeln zuständig. Insbesondere auch für Pfeifen.

Ich habe mich nur leicht an meinem Kaffee verschluckt. Wirklich, ich schwör. Jetzt könnte man ja meinen, die Geschichte hier sein nun zu Ende. Aber es kam noch besser. Natürlich wollte ich wissen, was er als quasi „Oberpfeife“ sozusagen, denn genau hier an dieser Beschaffungskonferenz zu finden hoffe? Die Antwort war der Hammer. Wie ich mir sicher vorstellen könne, wird so eine Orgel und deren Pfeifen nicht alle Nase lang beschafft. Sondern quasi alle ein paar hundert Jahre. Und genau jetzt hätten sie weider so einen Fall, darum sei er nun heute hier. Er müsse darum auch gut aufpassen, weil er kaum von den „Beschaffungs-Erfahrungen“ seiner Vorgänger profitieren könne. Da sei ja keiner mehr da. Dafür könne er es dann auch gleich wieder vergessen, weil, bis zur nächsten Beschaffung vergingen ja wieder ein paar hundert Jahre und dann könne eine andere Pfeife sich darum kümmern.


Sprach’s und zog leise lächelnd von dannen. Glauben Sie an Wiedergeburt?
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Fleischwolf

Die Stadt selber? Wirklich cool. Nicht nur wegen des Hafens. Aber auch. Oder vor allem. Wenns zum Meer auch noch ein paar Meter sind. Man spürt schon die Weite. Also ich. Ich spüre sie. Was andere spüren, müssen die selber wissen.
Waren drei tolle Tage. Mit einigen Bekanntschaften. Auch der etwas anderen Art. Wir, besser Hälfte und ich, haben Kilometer gemacht. Zu Fuss. Etliche. Gesehen haben wir aber nur einen kleinen Teil. Natürlich auch die Reeperbahn. Auf St. Pauli. Natürlich. Das Hotel lag gleich um die Ecke. Und die beste Currywurst. Ich schwör. Also die lag nicht. Zumindest rum. Nicht auf der Strasse. Auf dem Grill. Lucullus. So heisst er. Der Stand. Liegt gleich bei der Herbertstrasse. Am Stand, da dürfen auch Frauen. In der Herbertstrasse nicht. Obwohl, lustig. Ist ja eigentlich eine Strasse nur für Frauen. Und Männer. Aber die eigene? Die eigene darf nicht. das wäre quasi, wie wenn Sie den Wein zum Essen ins Restaurant selber mitbringen. Da wäre der Wirt auch sauer. Oder verlangt Zapfengeld. Die Männer in der Herbertstrasse die zahlen für ihren Zapfen auch. Ich verliere mich. Gehen sie einfach mal hin. Wenn sie in der Nähe sind. Und wenn mit Frau, also der eigenen? Dann lassen sie die aussen vor. Und rum. Schicken sie sie einfach rund rum. Auf die anderen Seite. Kann sie dort wieder in Empfang nehmen. Wenn sie gekommen sind. Wenn nicht, dann auch. Den verstehen jetzt nur Insider.
Reeperbahn. Gewisse Viertel werden überbewertet. Kennen sie Langstrasse? In Zürich? Dann kennen sie Reeperbahn. St. Pauli auch. Quasi Kreis 4 und 5. Herbertstrasse sowieso. Gibt es an der Langstrasse auch. Sogar ohne Wand. Und mit Frau. Also der eigenen. Man muss nur wissen wo. Ich weiss es. Weil ich suche. Nach Geschichten.
Überbewertet. die Reeperbahn. Und an manschen stellen schlimm. Ganz schlimm. Menschliches Elend. Und am schlimmsten? Es berührt einen kaum noch. Am ersten Abend? Ja. Am zweiten? Nicht mehr. Was soll man auch tun? Ausser Betroffenheit zeigen? Geld geben? Wem? Wie viel? Etwas zum Essen kaufen? Oder ein Stück Seife? Oder ein Bier? Drogen geht ja nicht. Weil das wohl am liebsten. Also überlässt man sie halt sich selber. Und wenn einer das Zeitliche segnet? Merkt man wohl erst, wenn’s anfängt zu gammeln.
Jetzt nicht das sie meinen, Zürich viel besser. Gehen Sie mal früh morgens in die Seitenstrassen der City. Man jagt sie einfach weg. Von ihren Schlafplätzen. Früh. damit sie nicht im Auge des Betrachters. Sie verstehen? Aber es gibt sie.
Ansonsten Reeperbahn? Nachts viel Schein. Tagsüber Schwein. Vermutlich wie überall auf der Welt. Am spannensten die Zwischenzeit. Noch nicht Nacht, der Tag aber auch schon vorbei. Eigentlich meine Zeit. Denn dann haben sie noch Zeit. die Menschen der Nacht. Zeit, Geschichten zu erzählen. Viele. der Mensch, der erzählt nämlich gerne. Wenn man ihn lässt. Und zuhört. Auch die Türsteher. Vor den Clubs. Die längst schon bessere Zeiten hinter sich haben. Und versuchen, heute noch davon zu Leben. Die Clubs? Nun ja. Geschmackssache. Aber die Türsteher? Der Hammer. Ich kann’s verstehen. Sie sollen ja. Abschrecken. Darum auch Posturen. Wie Schränke. Sogar ihre Hunde. Alles Abschreckung. Pur. Die wissen das auch. Und Leben damit. Und davon. Ich weiss das aber auch. Und lass mich nicht beeindrucken. Und Lustig. Wenn man als Aussenstehender Passant auf die zu geht? dann erstmal Lauerstellung. Quasi wie das Schwein beim Metzger sich freiwillig in der Fleischwolf setzt. Dann Metzger auch erstmal Alarm. Weil der sich denkt, das Schwein will ärger. Denkt sich der Türsteher genauso auch. Wird darum noch breiter. Und bringt zudem noch Püppi in Position. Püppi ist beim Metzger der Name für den Fleischwolf. Türstehers Püppi ist ein 50 Kilo Kampfhund. Genauso breit. Nur tiefer gelegt. Und jetzt ganz spannend. Weil, wenn sie Abdul, den Türsteher anquatschen. Und ihn bitten. Etwas aus seinem Leben zu erzählen? Wer reagiert verwirrt? Ausser die Umstehenden Passanten, die schon Unterhaltung witterten? In Form von Hackfleisch? Püppi! Als erstes irritiert sich Püppi. Abdul erzählt. Lang und breit. Aber nur in den Zwischenzeiten. Noch nicht ganz Nacht, aber auch noch nicht mehr Tag. Nachher keine Zeit. Dann Abschreckung. Vorher auch nicht. Tagsüber.

Dann arbeitet Abdul bei den Hamburger Verkehrsbetrieben. Auch Abschreckung. Und Kontrolle. Der Schwarzfahrer. Mit Ausweis. Amtlichen. Auch uns. Im Zug zum Flughafen. Heute.

Aber ohne Püppi. Die sei sonst immer so irritiert. Wenn sie nicht Hackfleisch. Sie verstehen?

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