Relationen

Fake News. Den Begriff kennen heutzutage wohl die meisten Menschen. dahinter stecken Menschen, die entweder Informationen zu ihren Gunsten manipulieren. Oder Meinungen beeinflussen möchten. Ziemlich aktuell heute. Manches mal stecken aber auch einfach nur zur Übertreibung neigende Hysteriker. Meine Vermutung ist ja, das ist keine Erscheinung der Neuzeit. Ich denke mal, das war schon immer so. Nehmen sie nur mal das Buch der Bücher. Ein ziemlich krasses Beispiel. Darum ist es angeraten, mit einem gesunden Mass  an Skepsis durch das Leben zu laufen. Wenn zum Beispiel wieder mal jemand sich bemüssigt fühlt, etwas in der Zeitung kund zu tun. Wie letztens der Reisende nach Arosa. Der sich darüber beschwerte, dass man ihm einfach zwei tote Tiere auf den Sitz gegenüber legte. Ob dies denn erlaubt sei. Und es sich dann herausstellte, es waren zwar zwei tote Tiere. Sehr tot. Schon länger. Es handelte sich nämlich um deren Fell. Ohne Inhalt. Ich mag schon nicht mal mehr den Kopf schütteln.
Oder das Mediale Theater um die verlorene Gans. Aus Plastik. Die, so die Vermutung, von marodierenden Horden, sprich Rekruten im Ausgang, ihrem natürlichen Lebensraum zugeführt wurde. Unter Alkoholeinfluss. Der Rekruten. Nicht der Gans. Weil Plastik. Jetzt nicht unbedingt Kategorie Fake News. Aber Abteilung Hysterie. Als wenn besoffene Russen in Amerika eine Atombombe mitlaufen liessen. Gleiche Aufmachung. Inklusive Militärpolizei, die sich bemüssigt fühlte, zu ermitteln. Offiziell. Ich würde es ja den Hammer finden. Wenn es nicht eigentlich zum Weinen wäre.
Walpurgisnacht. Die Nacht von 30. April zum 1. Mai. Kennen Sie vielleicht. Einige Frauen wissen bestimmt, von was ich spreche. In Bayern, auf dem Land, wo aufzuwachsen die Freude ich hatte, auch eine spezielle Nacht. Sehr sogar. War es doch die Nacht in der sich die Dorfjugend bedankte. Gegenüber den Personen aus dem Dorf, von welchen man sich das Jahr über gepiesackt fühlte. Ob zu Recht oder nicht, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt. Wir, sprich meine Eltern, führten einen Gasthof. In eben diesem Dorf. Und da sich mein Vater an strikte Regeln hielt, was Alkoholausschank an Jugendliche betraf? Darum wurden wir regelmässig Nutzniesser dieser Aktionen. In der Walpurgisnacht. Zu dem Gasthof gehörte ein Biergarten. Wie das in Bayern so sein muss. Ein Biergarten ist nun keine Parkanlage, in der Bier wächst. Es ist ein lauschiger Kiesplatz unter alten Bäumen. Bestückt mit Gartenmobiliar. Viel Gartenmobiliar. In unmittelbarer Nähe hatte es noch etwas. Nämlich einen Löschteich der Feuerwehr. Damit man im Falle eines Brandes auch was zum löschen hätte. Und in eben diesem Löschteich, welcher zwar gross, aber nur ca. 60 cm tief war? In diesem Löschteich landete dann regelmässig das Biergartenmobiliar. Und weil wir Kinder damals noch Stil hatten? Darum landete es nicht einfach nur so darin. Nein. Es wurde fein säuberlich demontiert und im Wasser wieder aufgebaut. Inklusive Sonnenschirme. Und eingedeckt wurde auch. Sprich Tischtücher, Besteck und Gläser. Am nächsten Morgen traf sich dann das halbe Dorf am Teich und Kommentierte die Retourverschiebung meines Vaters. Die andere Hälfte half dabei. Bis auf wenige Ausnahmen. Die nämlich, die ein Fuder Mist von ihrem Hausdach zu holen hatten. Und nicht nur den Mist. Das Fuder, welches man aufs Hausdach montiert hatte, auch. Ein Fuder ist übrigens ein alter Wagen aus Holz. Gross. Riesig. Schwer. Eine Meisterleistung. Den auseinander zu nehmen, auf ein Hausdach zu setzen und wieder mit Mist zu beladen.
Jetzt ist mein Vater ja kein dummer Mensch. Der wusste genau, was in der Walpurgisnacht passieren würde. Warum er nichts dagegen unternahm? Er meinte immer, das sei sein Zugeständnis an die Jungen, wenn er ihnen ,vielleicht etwas streng, übers Jahr keinen Alkohol gegeben hat. Sollen sie sich doch austoben. Dafür hätte er sonst seine Ruhe das Jahr über. Und kein Fuder Mist auf dem Dach. Und sie machen ja nichts kaputt. Ausserdem kamen all die Zaungäste nachher zum Frühschoppen.
Ein kluger Mann, finden sie nicht?

In der Zeitung landete das nie. Im Netzt auch nicht. Gab es damals ja noch nicht. Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Mein Vater starb leider ziemlich früh. Mit 62. Gar nicht lange nach der Walpurgisnacht. An seine Beerdigung kamen auch einige der damaligen Jugend. Und man lachte. Über diese Geschichten. Sagte ich schon, dass ich ihn vermisse?

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Samstagmorgen

Das schönste an Wien? Wenn sie schon einmal vor Ort waren, wissen sie es. Ansonsten raten sie. Also? Die Kaffee-Kultur. Und damit verbunden? Die Kaffeehäuser. Meiner Meinung nach. Sehenswürdigkeiten gibt es viele. Überall auf der Welt. Kaffeehäuser nur in Wien. Natürlich können sie auch in Zürich in ein Cafe sitzen. Oder Basel. Bern auch. Oder sonstwo auf der Welt. Den richtigen Kaffeehaus-Groove erleben sie nur in Wien.
Damit ein Kaffeehaus funktioniert, braucht es eine bestimmte Art Mensch als Kellner. Oder Ober. Das können sie nicht lernen. Man wird so geboren oder lässt es gleich wieder sein. Für einen richtigen Kaffeehaus-Ober ist jeder Gast der sich erdreist das Etablissement zwecks Konsumation eines Getränkes zu betreten? Ein persönlicher Affront. Ein potentieller Angriff auf seine Würde und Integrität. Und das lässt er sie spüren. Sofort und unmittelbar. Sollten sie sich erdreisten und ihn zwecks einer Bestellung anzusprechen. Er entscheidet. Wann sie bedient werden. Und ob überhaupt. Sie harren. Aus. Und der Dinge, die da kommen. Oder auch nicht. Wenn er dann aber die Niederungen ihrer Wünsche betritt, ausnahmsweise, also wenn. Wehe ihnen. Wehe, sie kennen ihre Wünsche nicht schon in- und auswendig. Zeigen sie auch nur den Hauch einer Unsicherheit. Sei es auch nur in Form eines kurzen, kaum wahrnehmbaren Zuckens ihrer rechten Augenbraue. Zack. Und weg ist er. Wobei man das Zack nicht falsch interpretieren soll. Zack geht hier gar nichts. Auch nicht der Ober. Gemessen. Er wendet sich ihnen gemessenen Stiles ab. Und schreitet, jawohl, schreitet gemessenen Schrittes von dannen. Ich durfte dies einmal persönlich erleben. Ein sich abwendender Ober und ein Gast, der sich erdreistet hatte und ihm ein „Hallo, ich würde gerne bestellen“ hinterher rief.
Ca. 200 Personen, die sich im Kaffeehaus befanden, hörten es auch. Schlagartig totenstille. Auf sämtlichen Getränken, auch den heissen, bildete sich sofort eine rund zwei Zentimeter dicke Eisschicht. Kennen sie die Geschichte von Lot und seiner Frau? Aus der Bibel. Sodom und Gomorra. Lots Frau erstarrte zur Salzsäule. Als sie sich umdrehte und zurückblickte. Der Ober blickte auf das Hallo nicht zurück. Musste er auch nicht. Der Gast erstarrte dennoch. Quasi. Ich schwör. Und bedient? Bedient wurde er auch nicht.
Also. Sollten sie jemals die Ehre haben. Ein Kaffeehaus betreten zu dürfen. Dann gilt folgende Regel. Der Gast hat sich zu unterwerfen. Bedingungslos. Immer. Dies hat er durch geeignete Körperhaltung und Mimik zum Ausdruck zu bringen. Oder Salzsäule.
Dies geschieht in Wien. Tagtäglich. Und im Volkshaus. In Zürich. Das kommt einem Wiener Original schon sehr nahe. Vom Stil. Vor allem aber von den Kellnern her. Da trugen man heute mehrere hinaus. Erstarrte. Salzsäulen. Ich finds cool. Sass nämlich ganz still und unscheinbar in einer Ecke. Und trank Kaffee. Aus der Thermoskanne. Heimlich. Beobachtend.

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Ausgleich

Wenn sie an Spanien denken, was kommt ihnen dann in den Sinn? In Bezug auf die Menschen. Spanier. Ortsansässige. Aber auch jene im Ausland lebenden. Na? Was? Kann ihnen jetzt schon sagen! Zu weit. Sie suchen viel zu weit. Dabei ist es offensichtlich. Es gibt auch ältere. Spanier. Also über Zwanzigjährige. Deutlich älter sogar. Manchmal habe ich das Gefühl, im Schnitt sogar älter als Schweizer. Oder überhaupt. Man sagt, das liege am Fisch. Oder Olivenöl. Oder der Lebensfreude. Also an allem möglichen. An was es sicher nicht liegt? An den Apotheken in Spanien. Eigenerfahrung. Gestern.

Gehen sie mal in der Schweiz in eine Apotheke. Sie brauchen einen Waffenerwerbsschein. Mindestens. Auch, wenn sie nur irgendwelche Vitamin C Brausetabletten kaufen. Sie werden nur schon argwöhnisch beobachtet, wenn sie sich unbegleitet dem Regal mit den Tabletten nähern. Generalverdacht. Sie Ahnungsloser könnten sich ja versehentlich damit um die Ecke bringen. Und wenn sie sich dann zur Kasse begeben?

– (Streng!) Haben sie ein Rezept?
– (Ansatzlos leicht genervt) Wofür?
– (Strenger!) Für die Brausetabletten!
– (Genervt) Warum?
– (Kasernenton!) Haben sie eines?
– (Motzig) Nein!
– (Professoral tadelnd) Aha!
– (Einschmeichelnd) Brauche ich den eines?
– (Dozierenddieaugenverdrehend) KennenSiedasProduktnehmenSienochandereMedikamentewollenSiesichmitdiesenBrausetabletteneventualvorsätzlichumdieEckebringenoderjemandanderen?

Wenn sie dann entgegen allen Belehrungen dennoch auf das Produkt ihrer Wahl bestehen!

– (Unwirsch) Karte oder bar?

Wenn sie gerade am Bancomat waren und die Taschen gestopft voller Geld haben, wählen sie vermutlich bar. Bei den Medikamentenpreisen in der Schweiz tragen sie anschliessend nicht mehr sehr viel davon auf sich.

Gestern in Spanien. Ein leichtes Kopfweh vom Vorabend. Auf dem Morgenspaziergang eine hiesige Apotheke passierend. Warum also nicht die Erfahrungen aus der Schweiz hier mal gegenprüfen?

– (Sehr freundlich) Guten Morgen. So ein schöner Tag heute. Was kann ich für sie tun?
– (Vorsichtig, äusserst) Wie bitte was?
– (Lächelnd) Ach, es ist so ein schöner Morgen heute. Wie kann ich ihnen helfen?
– (Schüchtern) Ich habe ein klein wenig Kopfweh. Nichts schlimmes. Ich kenne den Grund und brauche sehr wahrscheinlich keine Magnetresonanztomographie. Ich kenne die gängigsten Produkte, bin mit deren Umgang vertraut und gedenke mich nicht zu vergiften und auch keine anderen Personen. Ich bin über 18, habe einen Führerschein und es liegt nichts gegen mich vor. Zudem ist Bargeld in genügender Menge vorhanden und ich nehme auch keine schweren Drogen oder ähnliches.
– (Auch lächelnd) Ach! Sie kommen aus der Schweiz. Wie gefällt es ihnen den hier bei uns? So ein schöner sonniger Tag und sie armer haben Kopfweh. Da wollen wir doch gleich etwas dagegen unternehmen. Ich empfehle Ihnen hier dieses Medikament (in einer Dosierung, an die sie in der Schweiz nicht mal als studierter Arzt kommen!!) Es kostet nur eineurovierzig in der 40er Packung.
– (Ungläubig) Äehm, ja, wenn sie es sagen. Wie viele darf ich den davon nehmen?
– (Mitfühlend) Na, so viel, bis das Kopfweh weg ist. Aber vielleicht nicht gleich die ganze Schachtel auf einmal (grinsend).

Jetzt könnte man ja meinen. Bei so einem lässigen Umgang mit solch potentiell tödlichen Medikamenten ist die Lebenserwartung in Spanien eher tief. Ungefähr so wie die eines nicht korrupten Polizisten in Tijuana, Mexiko. Aber nein. Auf meinem Spaziergang begegneten mir viele ältere Spanier. Auch Abends im Restaurant. Und danach in der Bar. Sehr lustig. Und trinkfreudig.

Kein Wunder, bei diesen Medikamentenpreisen. Übrigens. Es waren auch einige wenige Schweizer in der Bar. Mit deutlich weniger Freude. Man sah es im Gesicht. Wir kamen trotzdem ins Gespräch. Auch über die Berufe, welche man so ausübt. Raten sie mal. Es war ein Apotheker

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Die Geister der Vergangenheit

Samstagmorgen. Im Kosmos. Also. In der Stadt. Nicht das All. Wobei. Wäre ich auch mal gerne. Nur so. Kurz. Schauen, wies so ist. Da oben. Oder unten. Weil Sichtweise. Für die Einen ist oben unten. Und umgekehrt. Das Kosmos in der Stadt? Das ist schon mal der Hammer. Wann immer möglich, verbringe ich hier etwas Zeit. Ist so gar nicht Zürich. Und dann doch wieder. Nicht falsch verstehen. Nichts gegen Zürich. Ich liebe diese Stadt. Andere Städte aber auch. Zürich ist im Gegensatz zu den meisten anderen aber relativ klein. Sehr klein. Keine halbe Million Einwohner. In anderen Ländern ist das noch Dorf. Jetzt hat es aber einige Orte und Plätze in der Stadt. Die strahlen etwas aus. Internationalität. Urbanität auch. Grossstädtisches. Ist fast ein wenig wie ein Städtetrip. Nur näher halt. Billiger nicht unbedingt. Weil Zürich. Aber näher.
Also wenn immer möglich, sprich alleine, dann Kosmos. Viele meiner Geschichten sind hier entstanden. Also sind sie als Leser auch etwas Kosmos. Wenn mal in Zürich auf Besuch? Empfehlung. Nicht gleich Bahnhofstrasse und See. Kosmos. Sie werden es nicht bereuen. Ich schwör.

Also. Alleine mit meinen Gedanken. Bessere Hälfte hat Mädelsweekend im Tessin. Junior ist in der Schule versorgt. Kann also tun und lassen, wie ich will. Ab und zu schaut ein guter Freund vorbei. Oder mehrere. Darum dauern Geschichten hier immer länger. Der Ablenkung wegen. Ablenkung ist hier gross. Viel Publikum. Bunt gemischt. Durchaus auch ältere Semester. Man denkt ja immer. Diese älteren Semester. Eher rückwärts. Traditionsbewusst. Und so gar nicht Kosmos. Dabei. Faustdick hinter den Ohren. Diese Alten. Eigentlich paradox. Weil die Jungen. Heutzutage? Eher Altklug. Die Alten? Die machen dagegen auf jung. Und wie. Persönlich finde ichs ja gut. So lange es nicht kippt. Also Würde. Ein 70-Jähriger auf einer Harley? Da wackelts dann schon. Oder eine 60-Jährige mit einem 25-jährigen Freund. Von mir aus. Wenns Spass macht? Es soll ja durchaus 60-Jährige mit dem Hintern einer 20-jährigen geben. Aber ich will ja nichts gesagt haben. Umgekehrt genauso. Ich finde auch 60-jährige Männer mit einer 25-jährigen Freundin. Also wirklich. Und 60-jährige Männer? Wenn die sich mal von hinten im Spiegel sehen würden. Oha. Dabei ist es dann nicht nur der Hintern, der gegen Süden zieht. Da hat’s dann ja noch anderes.
Also jeder wie er will und ganz nach seiner Fasson. Nur eines. Eines geht dann wirklich nicht. Ich sage nur „Taschentuch“.
Wann wird ein Mensch wirklich alt? Wenn er eine Brille braucht? Oder Morgens eine Stunde, um aus dem Bett zu kommen? Oder man im Tram einen Platz angeboten bekommt? Freiwillig! Dann? Nein. Es passiert mit dem Taschentuch. Und den Enkeln. Gerade kürzlich wieder. Eine gute Freundin. Durchaus auch als Frau anziehend. Sie verstehen, was ich meine. Mittlerweile Oma geworden. Wir trafen uns auf einen Kaffee. Mit dem Enkel. Macht ja nichts. Ich habe kein Problem mit Kindern. Solange es nicht meine sind. Es hatte sowieso einen Spielplatz in der Nähe. Also Oma da, Kind weg, Kaffee und etwas Stärkeres auf dem Tisch. Gutes Gespräch. Auch übers älter werden. Dass man sich selber noch gar nicht so als Alt betrachte. Im Gegenteil. Gibt ja auch junge Grosseltern. Also junggebliebene. Man zähle sich selber auch dazu. Und dann kam Enkel. Zurück. An den Tisch. Rotzende Nase. Tränen im Gesicht. Die Schaukel hat ihn wohl etwas unglücklich erwischt. Beim Absteigen. Also Rotz und Tränen im Gesicht. Und was macht Oma? Mit der man sich gerade noch über wilde Zeiten und Sex und Gefühle und noch gar nicht alles vorbei unterhalten hat? Was macht sie?

Schnappt sich den Enkel. Und ein Taschentuch. SPUCKT DARAUF! Und wischt ihm das Gesicht damit ab. SPUCKE! Auf einem Taschentuch.

Das ist so etwas von Oma, da kann der Hintern noch so gut in Form geblieben sein. DAS machte meine Grossmutter auch

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Glücksritter

Was lassen sie zurück? Der Welt. Wenn sie gehen müssen. Also zeitlich. Das Zeitliche segnen. Lassen sie überhaupt etwas zurück? Ausser eine hoffentlich sauber aufgeräumte Wohnung. Und einen einigermassen geordneten Nachlass. Ist zur Zeit ja ganz gross in Mode. Nicht nur bei Menschen meinen Alters. Listigerweise auch schon bei Jüngeren. Wobei das Thema an und für sich ja eher weniger. Also lustig. Für einen selber, der etwas hinterlässt. Und die Anderen, die den Mist mitunter aufwischen müssen, auch nicht.
Zum Glück muss ich mir darüber keine Gedanken mehr machen. Meine Hinterlassenschaften wandelt schon auf Erden. Derer drei an der Zahl. Mindestens. Also, von denen ich weiss. Man weiss ja nie alles. Auch nicht, wenn dann der Moment kommt. Was genau ich meiner Hinterlassenschaft alles hinterlasse, nun, diese Überraschung will ich ihnen nicht vornweg nehmen. Das halte ich es eher so wie Ostern oder Weihnachten. Überraschungseffekt, quasi. So viel Spass muss sein. Also mir. Mir gegönnt werden. Damit ich dann mit einem kleinen Lächeln im Gesicht. Sie verstehen. Was ich aber jetzt schon sagen kann? Ich hoffe, ich konnte ihnen ein paar kleine Lebensweisheiten mit auf den Weg geben. Zum Beispiel, sich eine gewisse Gelassenheit zu eigen zu machen. Sich selber und das Leben nicht allzu ernst zu nehmen. Seinen Mitmenschen und dieser Welt mit etwas Wertschätzung zu begegnen. Und das Wichtigste von allem? Während des Laufens nicht zu Gamen oder die Zeitung zu lesen.
Das mit dieser Gelassenheit ist mir erst wieder dieses Wochenende bewusst geworden. In Bern. Anlässlich einer Hochzeitsfeier. Viele Leute. Aus allen Ecken und Enden des Lebens. Bunt gemischt. Und, im Gegensatz zu Zürich, sehr gelassen im Umgang miteinander. Nicht diese Dünkel. Wer bin ich, was habe ich, wer bist Du, was hast Du, wie wichtig bist Du und so weiter. Nein, völlig easy. Am späten Abend, noch auf einen Schlummerbecher in unserem Lieblingslokal in Bern. Auch da ein ungezwungenes miteinander. Punker neben Anzugträger. Pensionär neben Jungspund. Nüchtern neben volltrunken. Dennoch keine Hektik. Am Nebentisch ein Geschichtenschreiber. Schreibt ein Wort. Steht auf. Geht vor die Türe. Raucht. Kommt zurück an den Tisch. Überlegt. Lange. Schreibt ein Wort. Steht auf. Geht nach draussen….. alles sehr gelassen.
Mir geht diese Gelassenheit mitunter etwas abhanden. Dann, wenns pressiert. Obwohl ich es meinen Jungen immer wieder predige. Langsam. Geduld. Gelassenheit. Nachdenken. Konsequenzen beachten. Sonst wird das Leben zu einem Glücksspiel und ihr zu Glücksritter. Mir geht sie manchmal ab. Diese Gelassenheit. Wie heute Mittag. Aber nur, weil es wirklich pressant.
Jetzt muss man wissen. Meine Verdauung. Die ist im Prinzip sehr gut und ganz einfach. Frühstück. Etwas Ruhe. Quasi alles sich setzen lassen. Und ich mich dann auch. Auf die Toilette. Nur heute. Heute nicht. Weil schönes Wetter. Und unbedingt nach draussen. Bewegung an der frischen Luft. Das freut nicht nur mein Gemüt. Das freut auch meinen Darm. Und weil so mangelnde Gelassenheit am Morgen? Dann Meldung während des Spazierganges. Mit Nachdruck. Immensen Druck. Zum Glück waren wir schon in der Nähe. Einer Freiluftbeiz mit Toilette. Aber ich nicht mehr so ganz gelassen und in Eile. Ab in den Container mit den Toiletten. Drei Kabinen. Alle drei leer. Unter solchen Umständen? Immer links. Weil Aussenwand. Tragend. Müssen sie jetzt nicht verstehen. Ich erklärs ihnen dann schon mal. Also rein in die linke Kabine. Mit Vollgas. Türe zu, Jacke weg, Hose runter, alles in einem. Quasi. Die Verdauung. Sie verstehen. Und während ich mich setze, sehe ich ihn. Lustig, denke ich mir. Ein Sicherungskasten auf einem WC, in einer Toilettenkabine. Unerreichbar hoch. Zumindest auf der Schüssel sitzend.
Jetzt. Mit etwas mehr Gelassenheit. Hätte ich mir wohl eine andere Kabine ausgesucht. Dann wäre ich auch nicht zum Glücksritter geworden. Weil, während ich noch darüber nachdenke. Was macht wohl ein Sicherungskasten auf dem WC? Peng. Licht weg. Zappenduster.

Spätestens jetzt half nur noch eines. Gelassen bleiben. Sehr gelassen. Wo ist das WC Papier? Wie stelle ich im Dunkeln sicher, dass dies auch AUSREICHEND benützt wird? Und hoffentlich kommt jetzt niemand, um die Sicherung wieder reinzudrücken.

Also Jungs. Merkt Euch das. Etwas Gelassenheit bringt euch weiter im Leben. Auch wieder runter von einer Schüssel.

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Die Sache mit der Toleranz

Es regt mich nicht auf. Wirklich nicht. Ich schwör. Wieso auch. Warum sollte ich. Erst Mal ein grosses Dankeschön. Ans Opernhaus. In Zürich. Respektive dessen Geschäftsleitung. Dass sie das ermöglichen. Quasi einen Monat lang. Und erst noch gratis. Ist vielleicht der Grund. Aber ich reg mich nicht auf. Echt nicht. Ich hab’s versprochen. Der besseren Hälfte. Weil, kurz davor. Kennen sie Maikäfer? Die echten? Lebendigen! Nicht die aus Schoggi. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch. Früher gab’s die zu Haufe. Im Frühling. Darum ja Maikäfer. Wir haben die gesammelt. Mit ein paar Blättern in ein Einmachglas gesteckt. Und als Haustiere gehalten. Bis Vater kam. Das sei Tierquälerei. Lasst sie frei. Die wollen auch das Leben geniessen. Und ihre Freiheit. Also gingen wir nach draussen, öffneten das Glas und setzten uns die Käfer auf die Hand. Die begannen sich aufzupumpen und flogen davon. Fadengerade in den Schnabel eines vorbeifliegenden Vogels. So viel zum Geniessen. Und Freiheit.
Das mit dem Pumpen. Das ist das Stichwort. Ich begann nämlich auch schon damit. Mich aufzupumpen. Weil doch ein bisschen aufgeregt. Bessere Hälfte kennt mich mittlerweile. Und lies mir quasi die Luft ab. Ehe ich davon flog. Vielleicht geradewegs ins Verderben. Wie anno dazumal die Maikäfer. Schuld daran ist die Oper. Dazu muss man wissen. Die Oper gibt Konzerte. Das ganze Jahr über. Im Advent auch. In kleinem Rahmen. Sie nutzt dazu das Foyer. Jeden Abend. Vom 1. bis zum 23. Dezember. Es gibt immer zwei Stücke. In der Schweiz sagen wir dazu: „Ein Müsterli“! Um die Leute auch etwas anzufixen. Doch mal eine bezahlte Vorführung zu besuchen. Also stauen sich jeden Abend die Horden vor dem Eingang. Sobald sich die Türen öffnen? Alle Mann rein. Mit Volldampf. Wie seinerzeit die Alliierten. In der Normandie. Ohne Rücksicht auf Verluste. Oder die Hunnen. Im alten Rom. Es hat nämlich nur beschränkten Platz. Ein paar wenige reguläre Sitzplätze. Sind die weg, wird gestanden. Oder auf den Treppen gesessen. Macht aber nix. Weil nur zwei Stücke. Quasi rein, 15 Minuten Kultur. Und wieder raus. Fertig.
Jetzt könnte man ja denken. Oper. Kultur. Klassische Musik. Da kommt nicht jeder. Nein. Da kommen Leute mit Erziehung. Und Freude an klassischer Musik. Mit etwas Bildung vielleicht. Ha! Gratis. Ahnen sie’s? Ich. Rege. Mich. Nicht. Auf. Hab’s versprochen. Sie ahnen es vielleicht schon. Krethi und Plethi. Vom Feinsten. Also allerschlimmsten. Weil gratis. Das ist das Problem. Wenn man es nicht selber gesehen hätte. Sie würden es nicht glauben. Sicher. Es sind nur 15 Minuten. Und es ist gratis. Also was reg ich mich auf. Aber ist das eine Entschuldigung? Keine Erziehung zu zeigen? Ich kann ja verstehen. Sie haben Hunger. Und können es nicht noch 15 Minuten aushalten. Und der Dönerstand ist ja in unmittelbarer Nähe. Also warum nicht rein mit dem Döner. In den Magen und ins Opernhaus. Direkt neben mir. Mit offenem und vollem Mund. Und so ein Döner, der sieht zwar saftig aus. Ist aber scheinbar trocken. Staubtrocken. Darum nächste Gelegenheit nutzen. Glühweinstand. Also wenn schon mit Döner in die Oper, dann auch gleich noch Glühwein. Immer schön abwechselnd. Biss Döner, Schluck Glühwein. Das Papier dann in den Becher. Neben mir. Ich pumpe. Luft.
Ist aber noch nicht mal das Schlimmste. Schlimmer sind die Mütter. Die meinen, ihrem frischen Nachwuchs ein besonderes Erlebnis bieten zu müssen. Auch in die Oper. Also ins Foyer. Der Nachwuchs? Was meinen sie? Interessiert an kulturellem Erlebnis? Der kackt ihnen was. Aber so etwas von! Und nicht nur in die Windel. Aber man muss ja tolerant sein. Waren die Musiker auch. Als sich der krabbelnde und kackende Nachwuchs auf die Reise machte. Zu den Musikern. An den Hosenbeinen hoch. Während des Konzerts. Mutter fand’s lustig. Ich war nahe dran zu werfen. Mit den Resten des Döners. Wusste nur nicht ob Mutter oder Nachwuchs. Zuletzt hätte ich noch den Musiker getroffen.
Zwei Stücke. Noch während des ersten Stückes laute Stimmen. „Geht’s noch lange?“ „Ich will einen Crêpe!“ Mütter fanden’s lustig. Nach dem zweiten Stück? Die Melodie der Musik noch in mir nachhallend. Hunnen. Jetzt aber raus aus Rom. Zum Weihnachtsmarkt. Hat’s euch gefallen Kinder? Ja? Kommen wir morgen wieder? Weisch, isch ja gratis. Koschtet nüt.

Ich pumpe immer noch. Und die leeren Becher, euren Müll, die nehme ich auch noch mit. Weil, wenn schon keine Erziehung, dann aber konsequent!

Maikäfer flieg……

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Der Grünflächen-Bisler

Wissen sie, was ein Bisler tut? Kennen sie das Wort überhaupt? Ein Bisi machen? Kam kürzlich an einer Diskussion auf. Jetzt fragen sie bitte nicht, Mann, was führt der für Diskussionen? Fragen sie nicht. Weil, manchmal frag ich mich selber. Wirklich. Ich schwör. Aber zurück zum Bisler und ein Bisi machen. Ich kenne den Begriff. Natürlich. Begleitete mich durch meine Jugend. Darum wollte ich es wissen. Von meiner Jungmannschaft. Beim z’Nacht. Wisst ihr, was ein Bisi ist? Die Antwort des Jüngsten? Bisi?? Juhu! Wir bekommen eine Katze! Also wirklich. Und nein! Ihr bekommt natürlich keine. Und einen Hund schon gar nicht. Auch nicht an Weihnachten. Worauf mir bessere Hälfte zerknirscht ins Gesicht schaut und schon wieder Augenwasser bekommt. Nix! Ich will kein Vieh in der Wohnung. Nicht in der Stadt. Und schon gar nicht so einen Grünflächen-Bisler.

Damit ist es ja schon fast aufgelöst. Das Rätsel. Von wegen Bisler und Bisi. Also ein Bisler ist ein Mensch, vorwiegend männlicher Natur, der seinem/einem Drang nachgibt. Und irgendwo in die Pampa pinkelt. Und das Bisi ist das, was er dabei hinterlässt. Bevorzugt während grösseren Veranstaltungen an den Hauswänden der Stadt. Was dann hin und wieder beginnt zu riechen. Und weil das alles noch nicht reicht? Darum beschaffen sich manche dieser Stadtmenschen einen Grünflächen-Bisler. Sprich einen Hund. Der muss dann ab und zu raus. Wie der Mensch auch. Die Gelegenheit nutzend, der Hund, lupft er dann ein Bein. Auf einer der raren grünen Flächen der Stadt. Ein Bisi hinterlassend. Bestenfalls. Im anderen Fall wirds grusig. Sie verstehen, was ich meine.

Grusig war’s heute Morgen auch. Im Tram. Schuld daran? Eine Frau! Stopp! Nicht was sie jetzt denken. Nicht ganz so schlimm. Weil, es war eine entfernte Bekannte. Nicht dass sie jetzt denken, Bekannte von mir machen ins Tram und ich fände es drum weniger grusig. Ich würde es nämlich genauso finden. Schlimm. Aber darum geht’s ja gar nicht. Wir treffen uns ab und zu. Meist zufällig. Auch nicht nur im Tram. Wohnt nämlich auch im Dorf. Und normalerweise ganz sympatisch und wenig grusig. Ausser heute. Im Tram. Ich weiss gar nicht mehr, wie wir darauf kamen. Halt! Doch. Jetzt fällt es mir wieder ein. Wo ich die Kinderstimmen höre. Im Büro. Zukunftstag. So nennt man das bei uns, wenn die Lehrer keine Lust mehr haben. Oder Nerven. Keine Nerven mehr. Und darum die Kinder den Eltern aufhalsen. Tagsüber. Als hätten die nicht schon genug am Hals. Nennt man dann Zukunftstag. Sie sehen dann, wie es aussieht. Wenn sie denn selber mal alt genug und eigene Kinder. Und wieder Zukunftstag. Darum gibt es vielleicht immer weniger. Kinder. Jedenfalls trafen wir uns im Tram. Sprachen über diese und jenes. Auch eben diesem Tag. Und wie es früher war. Als unsere Kinder noch mussten. Damals. Ihrer durfte mal bei einem Kaiserschnitt zusehen. Irgendwie. Wollte schon ins Detail gehen. Fragen sie nicht. Männer sind da sensibel. Alle. Äusserst. Sogar Metzger. Darüber landeten wir dann generell beim Thema. Geburt. Und dem Zusehen. Dabei. Weil, jetzt lustig. Beide sind ja dabei. Männer, meist, und Frauen auch. Immer. Natürlich. Aber die Frauen bekommen es ja nicht mit. Zum Glück. Von wegen ganz spezieller Moment im Leben eines Jeden. Der da dabei zusehen darf. Magisch. Quasi. Heisst es. Dabei wollen die nur nicht, dass der Mann einen auf Party macht, während sie die Arbeit. Ich kann ihnen etwas sagen. Mit Nachdruck. Grusig. All das Blut und das Geschrei und Gestöhne und die Flüssigkeiten und der Dammschnitt. Nur weil immer alle ein bisschen Verklärt! Und so. Nicht mit mir. Ich hab’s gesehen. Bei Zwei von Dreien. Das und noch einiges mehr. Zum Beispiel eine Nachgeburt. Ganz dicht. Vor meinen Augen. Seitdem esse ich keine Blutwurst mehr. Leberwurst schon noch. Aber das Andere? Nein danke.

Dann doch lieber einen Grünflächen-Bisler. Habe ich das jetzt wirklich gesagt? Nicht nur gedacht? Warum schaut bessere Hälfte auf einmal so komisch?

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Voll ins Schwarze

Wie der Titel schon ahnen lässt, erzähle ich heute ein bisschen etwas über Ziele. Persönlicher. Denen der Menschen. Die sie haben. Sollten. Wenn sie sie denn haben. Mannigfaltige. Und mit Falten haben diese auch zu tun. Ab und zu. Bei Frauen. Auch bei Männern. Öfters als man denkt. Mit dem Ziel, diese zu minimieren. Dazu legt man sich dann unters Messer. Und lässt sich die Lefzen nach hinten ziehen. Bis die Nase auf der Stirn sitzt. Und es zu den Löchern reinregnet. Diesbezüglich habe ich auch ein Ziel. Weil ich mich ja auch schon im letzten Drittel befinde. Wenn man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 75 Jahren ausgeht. Bei Männern. Frauen werden ja älter. Haben dafür auch länger, na sagen wir mal, „mit ihren Zielen zu kämpfen“. Mein Ziel ist es, diesbezüglich, Würde zu wahren und mit eben dieser zu altern. Keine Zwanzigjährige an meiner Seite. Keine bunten Hosen, keinen tiefer gelegten Sportwagen, keine Nase auf der Stirn. Ist mir alles zu stressig.
Apropos keine. Andere haben andere Ziele. Die veranstalten einen Tag der offenen Türe. Und streiten es dann ab. Es sei gar KEIN Tag der offenen Türe gewesen. Sondern ein normaler Verkaufstag. Und damit passt es dann wieder ins Zielbild. Weil, KEIN Tag der offenen Türe und es war KEIN Kunde da und hat auch KEIN Teil verkauft. Alles KEIN. Und damit wieder im Einklang. Mit den Zielen, der Natur und den eigenen. Ohmmmmm. Sie verstehen es nicht? Macht nichts. Ich nämlich auch nicht. Aber passt schon. Es sind diese kleinen Kratzer im Universum, die wir alle hinterlassen. Die Einen mehr, die Anderen weniger. Und die machen es aus. Für mich zumindest. Weil sonst keine Geschichten. Oder wie ein Bekannter kürzlich formulierte: „Das Schaf, das stets der Herde folgt, sieht was?“ „Richtig!“ Lauter Hintern“.
Ehrlich gesagt, hat er’s ein wenig derber formuliert. Aber ich will ja niemandem das Wochenende versauen.
Letztens habe ich mal meine Kinder gefragt. Was denn ihr Ziel sei. Im Leben. Und überhaupt. Ob sie sich darüber schon mal Gedanken gemacht haben. Und ich meine damit nicht den nächsten Highscore ihres momentanen Lieblingsgames. Grosse Augen. Und ein sich gegenseitiges anschauen. Verdrehte Augen. Ausdruck: Was hat er denn jetzt wieder. Die Antwort? So wie Du zu werden.

Ziel erreicht. Wobei? Sie wollten mich glaubs nur ruhig stellen damit 😉

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Endzeit

Ich habe mich entschieden. Definitiv. Wirklich. Ich schwör. Da gibt es nichts zu rütteln. Aus. Ich mache nicht mehr mit. Egal was die anderen sagen. Deren ihr Problem. Ewig dieses hin und her. Rauf und runter. Vor und zurück. Ich bin zu alt für diesen Quark. Sollen doch die Jungen. Von mir aus. Gerne. Bitteschön. Ich. Nicht. Mehr.
Weil, es ist ja wieder soweit. Irgendwo in Brüssel pupst einer. Und schon rotieren die Zeiger. Dieses Wochenende. Samstag auf Sonntag. Wenn sie Samstags ins Bett gehen, stehen sie Sonntags eine Stunde später auf. Danach geht es dann wieder 4 Wochen. Bis man sich umgewöhnt hat. In meinem Alter. Dabei hatte ich mich gerade erst so einigermassen. An den ersten Wechsel. Sie verstehen. Den Jungen ist das egal. Vermutlich. Mir nicht. Ich mache einfach in Zukunft nicht mehr mit. Inskünftig heisst es dann also: „In der Schweiz ist es beim nächsten Pups, äehm Pieps, Zweiundzwanziguhrneununddreissig, mit Ausnahme an der Unteren Zäune in Zürich.“ Motto: „Alles wird besser, Untere Zäune bleibt gut.“
Jetzt werden sich ein paar wieder echauffieren. Von wegen der Ausnahmen. Immer diese Sonderregelungen. Dabei. Gibt eine ganze Menge. Sonderregelungen. Zum Beispiel in Männedorf. Am See. Idyllisch. Wirklich. Nichts auszusetzen. Ich fahre gerne da durch. Mit dem Zug. Selten mit dem Schiff. Dann nicht durch, sondern vorbei. Aber Männedorf. Da gibt es auch ein Kino. Da war ich kürzlich. Mit Freunden. Jetzt werden sie denken; Männedorf? Ins Kino? Haben die in Zürich keines mehr. Habe ich mir auch gedacht. Als Freunde anriefen. Und mich nach Männedorf beorderten. Angeblich Laufe der Film nur hier. Und ich solle doch nicht so tun. Ein wenig Kultur täte mir gut. Hatte gerade einen weichen Moment. Und stand um Schlag 20:00 Uhr im Kino. Jetzt, ich weiss es nicht. Ob ich ihnen das so wirklich plausibel machen kann. Gemütlich. Der Gesamteindruck. Bei Männedorf angefangen. Das Kino? Herzig noch dazu. Die Leute? Die im Kino? Top. Wirklich. Ich schwör. Ich freute mich also vor. Auf einen gemütlichen Kinoabend. Und verschob mich von der Bar am Eingang nach oben. In den Saal. Der Saal war, sagen wir mal, überschaubar. Von der Grösse her. Wie die Leinwand auch. Ich möchte ja nichts sagen. Aber mein Fernseher zuhause? Mindestens. Sie verstehen. Also der Saal. Ganz in Rot. Und Plüsch. Das Rot sah man erst später. Weil, und jetzt muss ich etwas ausholen. Waren sie mal in Mallorca? In einem Hotel mit Pool? Vorwiegend bewohnt von Engländern und Deutschen? Dann kennen sie es vielleicht. Jeden Morgen um 05:00 Uhr. Die Gegend um den Pool. Leer und einsam und aufgeräumt und sauber. Um 05:01 Uhr? Immer noch leer. Also Menschenleer. Die Liegestühle aber? Wie durch Zauberhand belegt. Von Tüchern. Bunten. Es erübrigt sich, weiter ins Detail zu gehen.
Zurück in Männedorf. In einem plüschigen, roten, gemütlichem Landkino. Was erwarten sie am wenigsten zu sehen? Niemals? Tücher! Wir schoben also noch oben in den Saal. Und da waren sie. Fein säuberlich platziert. Bunter Tücher. Auf den Plätzen. Jetzt! Zuerst dachte ich noch, ja der Besitzer. Vielleicht ein bisschen Ohmmmm. Oder seine Partnerin. Frisch aus Asien. Indien vielleicht. Und noch ein bisschen angehaucht. Darum kuschlige Tücher. So zur Deko. Schob eines zur Seite und setzte mich hin. Und jetzt wieder Mallorca. Weil, sie stehen ja nicht auf. Um 05:01 Uhr. Um einen Platz zu reservieren. Also ich. Ich stehe nicht auf. Ich appelliere. An die Vernunft. Der Menschheit. Und wenn ich sehe, dass ein Badetuch länger nicht benutzt wird, dann schiebe ich es zur Seite. Ich lege es sogar fein säuberlich zusammen. Und geniesse. Bis der Besitzer kommt. Dann Weltuntergang. In Mallorca? Ja, ok. Aber doch nicht in Männedorf in einem Kino.
Dachte ich. Und wurde schnurstracks eines Besseren belehrt. Aber Hallo. Ich habe mich dann verzogen. Diskussionslos. Zunächst. Auf einen den raren Plätze. Ohne Tuch. Ganz vorne an der Leinwand. Die auch nicht grösser als mein TV. Darum ging es wohl. Ich konnte es dann aber doch nicht ganz lassen. Als sich der Saal gefüllt hatte. Stand auf, erklärte mich und den Gästen. Weil manchmal ist man halt auch als Städter das Landei. Wurde dann doch noch ein gemütlicher Abend. Aber?

Wehe Dir! Mallorca ist überall. Manchmal auch in Männedorf 😉

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Endcool

Letztens habe ich von der Reise nach Italien berichtet. Hin und zurück. Das dazwischen lies ich mal aussen vor. Weil Geheimtipp. Also dieser Ort, an den ich schon seit mehreren Jahren immer wieder mal fahre. Dachte ich zumindest. Entweder nämlich im tiefsten Winter. Dann, wenn ich genug habe von Bergen und Schmuddelwetter. Wenn Weite angesagt ist und das Licht des Mittelmeers. Dann allerdings zu kalt. Das Wasser. Reicht gerade für den grossen Zeh. So aus Prinzip. Damit ich’s behaupten kann. Ich hätte es getan. Am 23. Dezember. Den grossen Zeh im Meer gehabt. Also nach aussen tönt’s dann ein wenig anders. Schwimmen. Ich war dann im Meer schwimmen. Ich schwör. Während sich die anderen in der Schweiz eine Schlacht liefern. Um die besten Plätze am Glühweinstand. Oder die schönsten Tannen für den Weihnachtsbaum. Dann sitze ich gerne noch einmal unter Palmen.
Oder dann im Hochsommer. Wenn mir nichts anderes mehr einfiel. Und das Geld für einen dreiwöchigen Seychellen Urlaub nicht reicht, weil Mischpoke. Sprich Kind und Hund und Katz und Kegel. Mehrere Kinder. Dann gerne auch im Hochsommer. Wenn’s noch Platz hat. Was es lustigerweise immer wieder hat. Nicht am Strand. Aber zum Schlafen. In festen vier Wänden. Nicht im Schlafsack am Strand. Dafür zu gebrechlich, mittlerweile. Der Hund. Nicht ich.
Also kurz und gut. Ich kenne den Ort Sommers wie Winters. Nicht im Herbst. Im Herbst war ich noch nie. Dieses Jahr erstmals. Und sie werden’s nicht glauben. Wetter wie im Sommer. Sonne satt. Nur nicht mehr ganz so glühend heiss. TipTop halt. Wasser? Wie zuhause in der Badewanne. Wirklich noch angenehm. Also ohne den Bauch bis zur Wirbelsäule einzuziehen, wenn das Wasser steigt. Über den Bund. Der Badehose. Das Beste? Kaum noch Leute. Zwar nicht mehr ganz alle Restaurants offen. In der zweiten Reihe lückt es schon. Vorne am Meer noch alle. Aber die wichtigsten zwei, drei und drei, vier Bars, die haben noch offen. Und Zeit. Die Leute haben Zeit. Nach dem zweiten Tag in der gleichen Bar? Quasi Einheimischer. Fast. Am dritten weiss man was sie trinken und essen. Wunderbar. Nach dem vierten Tag wollen sie gar nicht mehr nach Hause. Also ich zumindest.
Jetzt wegen des Geheimtipps. Kennen sie Lyon? Immerhin zweitgrösste Stadt Frankreichs. Sagt Lyon. Marseille sagt das auch. Darum Lyon und Marseille wie Zürich und Basel. Wenn Sie verstehen, was ich meine. Also. Kennen Sie’s? Nein, nicht dem Namen nach. Waren sie schon einmal dort? Persönlich selber? Aha! Lustigerweise nämlich nicht. Zumindest nicht die Leute in meinem Umfeld. Dabei liegt Lyon eigentlich sogar näher. Als der Geheimtipp. Ich persönlich finde Lyon das schönere Paris. Niemand aus der Schweiz geht hin. Voila! Geheimtipp. So kann es auch bleiben.
Das dachte ich von Camogli eigentlich auch. Vielleicht zu Nahe an Genua. Dann ist es vielleicht zu dreckig. Aber zu weit weg von Portofino. Darum, wenn schon, dann gleich nach Portofino. Aber Camogli? Geheimtipp. Im Winter. Und im Sommer. Im Sommer Italiener. Nicht nur die eigenen. Auch viele andere. Aus ganz Italien. Der Strand in Camogli? Der ist relativ. Relativ übersichtlich. Von der Grösse her. Im Sommer, da steht Einer an einem Ende. Und alle 15 Minuten ruft er. „Umdreeeeeehen!“ Ich schwör! Dann dreht sich der ganz Strand vom Bauch auf den Rücken. Weil kein Platz. Also so viel Italiener. Alle Viertelstunde. Das ist wenn die Kirchenglocke die Anzahl der vollen Stunden schlägt. Erst. Und dann die Anzahl der entsprechenden Viertelstunde. Sie erinnern sich. Um 12.45 Uhr als erst 12 mal und dann 3 mal. Und nicht 45 mal, wie ich aufgrund meiner letzen Geschichte einer Kollegin erklären musste. Sie war schon ein wenig angeschickert. Zu Ihrer Verteidigung. 45 mal….. Meine Fresse.
Also. Im Sommer ist es voll. Sehr. Im Winter ist es leer. Auch sehr. Nur ein paar arme verhuschte Seelen auf der Suche. Nach sich, dem Sinn des Lebens, einem neuen Partner, dem Glück..was auch immer. Aber im Herbst? Übersichtlich. Absolut. Am ganzen Strand vielleicht 50, 60 Personen.
Schön, dachte ich, als wir ankamen. Wirklich noch ein Geheimtipp.
Bis Abends. Im Restaurant. Da sassen alle 50 im selben. Und ich hätte es ahnen können. Vom Auftreten her. Als wir näher traten und den letzten Tisch in Beschlag nahmen. Umgangssprache? Sogar die der Kellner? Schweizerdeutsch. Nahezu ausnahmslos. Basler Dialekt überwiegend. Und Thurgauer. Endcool wäre das Wort, welches ein guter Bekannter von mir brauchen würde.

Und von wegen Geheimtipp. Also wenn Camogli, dann bitte im Winter. Und nicht alle auf einmal. Nicht das die verhuschten Seelen… Sie verstehen?

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